Mal wieder SPO


05.06.2026
Wetter: Schön, Sonne und Wolken, um die 20 Grad, wenig Wind
Stellplatz: Rosen-Camp Kniese, Böhler Landstrasse, SPO
Zum Platz können wir gar nicht viel sagen, weil wir sozusagen vor der Tür übenachtet haben. Die Betreiber sind jedenfalls nett und kümmern sich.

Wahnsinn, schon die zweite Fahrt dieses Jahr – hat endlich geklappt. Mama, Laden – Tinje hat fürs Wochendende alles versorgt. Das Wetter könnte Überrraschungen bieten, schaunmermal.
Ein bisschen flüchten wir auch vorm Feuerwerk, dass die Tangesen gern zum Abschluss des TAF-Festivals abfeuern. Carlsson ist dann ja immer im Ausnahmezustand, muss man nicht haben.
Und dann ist das ja die erste Fahrt für unser neues Klee-Blatt, Frollein Snuggles, das wird aufregend. Eigentlich ja Dr. Snuggles, aber sie legt keinen Wert auf Titel.
Pünktlich High Noon sind wir losgekommen und über einen kleinen Umweg zur Autobahn gelangt, weil wir unser Baustellendauerprovisorium wegen möglicher Reifenschäden umgehen wollten.
Die Fahrt nach SPO unauffällig, und hier erstmal auf den Strand in Ording, Übernachtungsplatz kommt später. Die haben hier technisch aufgerüstet und den Parkwächter mit Kennzeichen-Scannern ersetzt. Kann man jetzt alles online oder per Automat bezahlen, ist eigent nicht schlecht, wenn man es erstmal durchschaut hat.
Unser Lieblingsplatz vorne rechts stand leider nicht zur Verfügung und so sind wir etwas weiter auf den Strand gefahren, wobei der Fahrer ob des lockeren Sandes etwas nervös wurde, und sich schon Abschlepp-Szenen mit feixenden einheimischen Trecker-Fahrern ausgemalt hat.
Schließlich standen wir schon ziemlich schön und später auch fast allein bei freundlichem Wetter und weiter Sicht, fanden das alles ziemlich gut und haben erstmal gefrühstückt, wurde ja auch Zeit.
Die Hunde haben dann die ganz langen Leinen angehakt bekommen, und wir haben mit Snuggles zum ersten Mal die Wasserqualität der Nordsee überprüft.

Auf dem Weg an die Wasserkante, der hier ja mal länger und mal kürzer ist, gab es für die kleine Dame viele neue Eindrücke zu verarbeiten. Die meisten Dinge, die so auf dem Strand lagen, wie Muscheln, Blasentang, Quallen und Krabben wurden direkt auf Genießbarkeit überprüft, Frutti di Mare sozusagen. Wir waren nicht bei allem überzeugt, dass das hundetaugliche Snacks sind, aber Snuggles ließ da nicht beirren und nur schwer von abbringen.
Währens des Spaziergangs am Wellensaum hat sie dann so nach und nach den Spass am Wasser entdeckt und den Respekt vor den Wellen verloren.
Lustige Bocksprünge und ganz dünne Beine waren das Resultat. Angekommen.
Wir haben es auf jeden Fall geschafft, das Womi ganz schnell mit Strandsand auszustatten, für das echte Urlaubsgefühl.

Da sich die Parkgebühren für den Strand ab 22:30 Uhr drastisch nach oben schrauben, sind wir rechtzeitig abgezogen und habe uns nach einer Übernachtungsmöglichkeit umgeschaut. Wir wollten diesmal einen offiziellen Stellplatz nehmen und sind der Park-App nach in Böhl gelandet, wo wir uns zwischen zwei benachbarten Plätzen entscheiden mussten. Bei dem Platz unserer Wahl war leider schon Nachruhe angesagt – wie sich das für Campingplatz gehört nach 22:00 Uhr – aber die Besitzer waren noch wach und haben uns freundlicherweise einen Notparkplatz an der Straße zugewiesen. Wir fanden den ziemlich super, weil auch die Straße so gut wie nicht befahren war, eine sehr ruhige Gegend, dieses Böhl.
Beim Abendgassi haben wir schon mal den Strandübergang in Böhl erkundet, der gleich bei unserem Platz um die Ecke liegt. Den wollten wir auf jeden am nächsten Tag benutzen und SPO mal aus einer anderen Windrichtung wahrnehmen.

06.06.2026
Wetter: Hat sich gehalten, angenehm temperiert, ein laues Lüftchen sozusagen
Stellplatz: Bleibt beim Rosen-Camp

Nachdem wir uns am Morgen nochmal ordnunggemäß an der Rezeption angemeldet haben, sind wir mit Kurtaxebesuchergebührgästekarten bestens ausgerüstet zum Frühstücken an den Strand gefahren. Die Wahl des Platzes war nicht so einfach, weil von wenigen Ausnahmen abgesehen alles frei war.
Es wirkt hier alles etwas entspannter als in Ording, zumindest heute.
Um hier aus dem Womi das Meer zu sehen, muss man wirklich gute Augen oder eine gute Brille haben, man ahnt es am Horizont. Oder man geht eben hin.
Fanden die Hunde sowieso besser. Wir sind dann gefühlte drei Kilometer bis zum ersten Wasserkontakt über den Manchmal-Meeresboden geschlendert, wobei es auch hier für Snuggles viele schmackhafte Dinge zu finden gab, unterbrochen von gelegentlichen Titanen-Kämpfen mit Carlsson.


Irgendetwas muss dann wohl doch unbekömmlich gewesen sein, denn sie hat ihr Frühstück wieder dem natürlichen Kreislauf zugeführt, sprich auf den Strand gekotzt.
Bis zu den Wellen sind wir nicht vorgedrungen, die wurden weiter draussen aufgehalten.
Wir haben versucht, den Tag mit angestregtem Herumlümmeln auszufüllen, hat ganz gut geklappt. Nebenbei haben wir die Kaufsummen der vielen schicken Autos, die hier für einen Besuch im Strandrestaurent vorgefahren sind, addiert und festgestellt, dass das Volk offensichtlich doch nicht so sehr darbt, wie es in einschlägigen Interviews dargestellt wird.
Kurz vor Feierabend am Strandparkplatz – auch hier wieder 22:30 – haben wir wieder unseren „Notstellplatz“ aufgesucht und festgestellt, dass der immer noch gut ist. Jedenfalls war es eine ruhige Nacht.

07.06.2026
Morgens heftiges Nieseln mit viel Wind, später noch mehr Wind ohne Nieseln
Stellplatz: immer noch Rosen-Camp
, Notparkplatz

Die Niederschlagsphase morgens haben wir abgewartet, sind zum Entsorgen und Bezahlen zum Platz und haben dann wieder den Weg über den Deich genommen, weil heute Morgen auch schon mehr Verkehr Richtung Strand wahrzunehmen war und wir noch einen schönen Platz bekommen wollten.
Alle Befürchtungen waren natürlich unbegründet, weil die Besucheranzahl durch die Menge an Platz ganz schnell verdünnt wird.
Obwohl: Bei der Überfahrt gab es heute eine Hochwasserwarnung, wohl auch weil der Wind sich auf ein kräftiges Niveau und die richtige Richtung eingependelt hat.
Deswegen war die Parkfläche durch Baustellenhütchen vorsorglich quasi halbiert, aber die See hat am Ende dann doch nicht den Ehrgeiz entwickelt, den Parkplatz zu fluten.
Der Wind und das Hochwasser haben auf jeden Fall alles, was eine aufblasbare Luftmatratze hat, hervorgelockt und der Horizont hat von Kites nur so gewimmelt.
Wir sind natürlich mit den Hunden auf dem Boden geblieben und dem auflaufenden Wasser gefolgt. Aus der Gegenrichtung betrachtet, sieht der Meerschaum, den die Flut vor sich herschiebt, fast wie ein lebendiges Wesen aus, dass mit ganz vielen weichen Pfoten gleichzeitig den Strand erklimmt.
Nach einer mehr als verdienten Pause haben wir uns dann die Tags zuvor hergestellten Frikadellen gegönnt.
Da nichts auf eine Rückreise hindeutet, werden wir heute ein weiteres Mal den Notplatz in Anspruch nehmen. Das hatten wir ja so abgesprochen. Zum Abend-Gassi haben wir uns dann mal Richtung Salzwiesen orientiert, es gibt schöne Wege durch diese spezielle Landschaft, teilweise auf Holzbohlen.

Es herrscht ein reger Flugverkehr und das Ganze strahlt eine sehr spürbare Friedlichkeit aus, so dass man normalerweise auch ohne Hinweisschilder nicht auf die Idee kommen sollte, da einfach durchzulatschen oder die Hunde laufen zu lassen. Nun ja, empfindet vielleicht nicht jeder so.

08.06.2026
Wetter hat sich gehalten, der Wind wieder beruhigt, Sonne und Wolken-Mix
Stellplatz: Ze Hage

Sieh mal an, wir sind ja immer noch hier, wie schön. Kurze Verabschiedung an der Rezeption, Entsorgung und dann natürlich Frühstück am Strand.
Man kann vom Parkplatz aus das Wasser wirklich nur ahnen, es war wahrscheinlich auch gerade Ebbe. Für mich ist es einerseits eine faszinierende Landschaft, wenn man bedenkt, dass der Parkplatz ja gelegtlich Teil des Meeres ist. Anderseits ist der Ausblick auch wüstenartig, mit Sandflächen gefühlt bis zur Kimm und wirkt manchmal etwas öde.
Jedenfalls wollten wir die Herausforderung annehmen und mit den Hunden bis an die Wasserkante vordringen. Wir haben es nicht geschafft und sind kurz vor Helgoland umgedreht, es fehlte etwas an Willensstärke.
Am Nachmittag dann vom Strand runter und Richtung Heimat – nützt ja nix.
Beim Bezahlvorgang sind wir mit dem Menschen von der Touristinformation ins Gespräch gekommen, der ja eigentlich mit Einführung der elektronischen Bezahlung für den Parkplatz überflüssig sein sollte. Jetzt kassiert er nicht mehr, sondern erklärt den Gästen, wie sie Automaten/App/Webseite benutzen müssen und warum das manchmal nicht funktioniert.
Uns machte er den durchaus wertvollen Vorschlag, eine Jahreskarte fürs Parken in SPO zu erwerben.
Erste Feststellung dabei: die richtigen Eingeborenen hier kommen aus Oberfranken.
Und wenn man etwas Insiderwissen über den Ort und die Leute bekommen möchte, ist man hier auf jeden Fall an der richtigen Stelle. Wir haben in 15 Minuten alles in Sachen Lokalpolitik, örtliche Geschichte, Linienbusse, Golfhotels, lokale Schildbürgerstreiche und die Weltwirtschaft abgearbeitet.
Das Beste kam kurz vor zu Hause: Unser Dorf ist nicht mehr von der Welt angeschnitten, die Baustelle ist soweit fortgeschritten, dass der Kreisel freigegeben wurde. Dem spontanen Impuls, mit dem Womi in den Kreisel rein- und nie wieder rauszufahren, um das Ding zu richtig auszukosten, bin ich am Ende dann noch nicht gefolgt.

Doch noch eine Ostertour

04.04.2026
Wetter ist noch kühl, aber trocken und teilweise sonnig, der Wind bringt sich gerade in Startposition.
Ziel für den Miniurlaub ist Büsum

Das Womi steht eigentlich nur aus versehen vor der Tür, weil es aus der einen Werkstatt, die den Holzboden reparieren sollte, vorläufig abgezogen wurde und am Dienstag zur anderen Werkstatt soll, um einen Kostenvoranschlag einzuholen.
Wir mussten leider feststellen, dass irgendjemand irgendwie eine amtliche Beule in die Außenhaut gedrückt hat, und dieser Schaden soll für die Versicherung taxiert werden. Leider war kein Aufkleber vom Verursacher daneben und so können wir nur spekulieren, wie und wo das passiert sein könnte. Uns selbst haben wir nach tiefgehenden Analysen ausgeschlossen.
Da über Ostern ja nichts in dieser Hinsicht passiert, haben wir, wahnsinnig spontan wie wir nunmal sind, beschlossen, einen Ausflug zu wagen.
Tinje hat noch alle Kunden in der Budike fertig bedient und glücklich gemacht, und ich hatte ja schon Zeit, alles startklar zu machen.
Die Mama wussten wir in leidlich guten Händen und so haben wir beschlossen, dass eine kleine Auszeit für Tinje drin sein muss. Aber echt jetzt mal!
In Büsum waren wir natürlich erst am frühen Abend und wurden von einem fast vollen Womo-Platz begrüßt. Aber eine Lücke gab es für uns noch, natörlich!
Weil wir viele leckere Sachen im Kühlschrank hatten, haben wir dann gleich mal mit einem kleinen Abendbrot begonnen und danach einen Rundgang durch die fast menschenleere Innenstadt gemacht.
Das fühlte sich fast etwas befremdlich, aber auch ganz angenehm an, und wir haben uns gefragt, wo denn alle sind.
Auf jeden Fall wurde schon mal, um auf alles vorbereitet zu sein, das lokale Schuhangebot in den Schaufenstern gescannt.

05.04.2026
Der Wind hat sich wie angekündigt auf zwei rote Tüten in der App aufgeblasen und die schließlich auch die letzten Wolken weggepustet.

Der erste Gassigang sollte zum Schafezählen auf den Deich führen. Wenn schon Sturm, dann aber auch voll geniessen. Einige Böen haben uns ganz schön rumgeschubst und ich war für die paar sonnigen Abschnitte ganz dankbar, weil es ja noch keine sommerlichen Temperaturen hatte.


Auf jeden Fall hatten wir eine schöne Druckbetankung mit Seeluft und entsprechenden Appetit aufs Frühstück. Sogar Carlsson hat seinen Napf vollständig geleert, das hatten wir in letzter Zeit nicht so oft.
Weil man hier in Büsum immer nur ein Ticket für einen Tag ziehen kann, bin ich dann vor 14:00 Uhr – das wäre dann die Abflugzeit – zum Automaten und habe verlängert (Bargeld bitte passend einwerfen!).
14:00 Uhr – eine magische Uhrzeit in Büsum, weil just zu dieser Zeit am Ostersonntag auch die Schuhgeschäfte öffnen.
Unser Zeichen zum Aufbruch. Die Fussgängerzone zeigte uns dann, dass sie auch ganz anders kann, nämlich proppenvoll sein mit Menschen.
Das Männchen hat dann seinen Sneaker-Bestand mit gewagten Farben erneuert, weil die alten nach gefühlt zwanzig Jahren begannen, sich aufzulösen.
Wir haben auch unseren englischen Stand mit dänischem Softeis wiedergefunden und uns dort mit Vitaminen versorgt. Ich denke, dass in den Schokostreußeln die meisten sind.
Um unseren Gesundheitstag abzurunden, haben wir uns eine Currywurst mit Pommes an Bude am Stellplatz gegönnt, und siehe da: echt lecker.

06.04.2026
Es hat immer noch ein ordentliches, ziemlich kühles Gebläse, aber das hat auch die meisten Wolken weggeschoben.

Heute morgen haben wir am Deich mal die andere Richtung genommen, diesmal also mit Schub – es gab immer noch sehr bewegte Luft.
Heute aber mit mehr Sonne, und ich hatte etwas dickere Klamotten als am Vortag, also alles etwas entspannter. Man kann eine schöne Rundtour über den Binnendeich machen und kommt dann wieder beim Hafen an.
Dabei gibt es ausreichend Möglichkeiten, den Eingeborenen in die Gärten und Häuser zu schauen, für uns interessant, ab ich kann mir nicht vorstellen, dass die selbst davon so begeistert sind.
Aber wie sagt der Makler: Die Lage zählt.
Es gab noch den Plan, morgens nach SPO an den Strand überzusiedeln, aber den haben wir wegen der Windstärke verworfen. Erfahrungsgemäss wir man bei solcher Wetterlage dort gesandstrahlt, und das wollte wir uns und Carlsson nicht antun.
Wir haben uns dann pünktlich zu 14:00 Uhr vom Platz gemacht und haben uns auf unserem bevorzugten Platz in den Hafen zum Schiffe gucken gestellt. Ein kleines Softeis war noch drin, dann ging es mit ordentlich Rückenwind wieder nach Hause.


Basisfahrzeug

Damit fängt es an: Welches Fahrzeug nimmt als Basis für den selbstgemachten Camper?
Da wir gern etwas Raum zum Leben auch innerhalb des Fahrzeugs haben möchten, weil wir auch bei Schietwetter unterwegs sind, soll natürlich möglichst viel Platz vorhanden sein. Somit ist schon mal klar, dass das kein Kompakt-Van wird.
Manche gehen ja mit einem komplett fertigen Plan mit technischer Zeichnung an die Sache, aber ich mache das davon abhängig, welches Auto mir vor die Füße fällt, erst dann geht es an die Details.
Es geht schon auch um Bequemlichkeit, der Phase des spartanischen Campens sind wir inzwischen entwachsen. Und ich würde gern einige Ausstattungsmerkmale von unseren Bürstis übernehmen, weil sich diese für uns bewährt haben.
Der Plan ist, hinten zwei Längsbetten einzubauen, die auch als Sitzbänke genutzt werden können, darunter wäre dann Stauraum und Technik. So weit, so klassisch.
Es soll – zumindest teilweise – einen niedrigen doppelten Boden geben, zum Einen für die Installation von Rohren und Leitungen und zum Anderen als Isolierung.
Es muss eine Nasszelle, ein Kleiderschrank, eine Heizung, ein Kühlschrank, ein Gaskasten und eine kleine Küchenzeile untergebracht werden. Die Autositze sollen eine Sitzgruppe mit einer Sitzbank bilden, auch klassisch, wenn man so möchte.
Bei den Ducatos und Jumpers fehlt es mir immer etwas an Länge für das alles, auch wenn diese die größte Breite beim Laderaum bieten.
Vielleicht ist es auch ein Irrtum meinerseits, aber bei Sprinter und Crafter stelle ich mir immer sehr gehaltvolle Werkstattrechnungen vor.
Ich bin deshalb aktuell beim Iveco Daily in der L4H3 Version gelandet. Der würde ausreichend Platz auch in der Höhe bieten, und ich habe einiges Positive über den 3.0 Liter-Motor gelesen. Denn ein Grund zu wechseln ist auch, dass ich gern ein etwas agileres Auto hätte. Es können gern moderne Errungenschaften wie Tempomat und Klimaanlage dabei sein.

Fast H-Tag

31.10.2025
Wetter: Mild, so 10 – 12 Grad, wenig Wind, aber wir kommen trocken über den Tag.

Stellplatz: Büsum am Hafen. Soweit alles bekannt, Bargeld und Sanitärbereich ist mitzubringen, auch 5 € Kurtaxe sind einzuplanen, ab 01.11. nur noch 2,80 €.
Klo ist theoretisch gegen Gebühr von 50 Cent zu benutzen, Schlüssel ist beim Imbiss abzuholen, Imbiss ist zu. Wie gesagt: Theoretisch!

Yesss, ich habe es geschafft. Dem Halloween-Wahn entkommen. Wir sind vormittags losgekommen, ohne dass uns irgenwelche Katastrophen noch kurzfristig aufgehalten hätten. Tinje war etwas traurig, weil sie sich heute nicht in die fürchterliche Hexe vom Bendloh verwandeln durfte/musste.
Schnell noch durch die Baustellenhilfsumleitung zur Tankstelle geeiert – zum Glück wenig Gegenverkehr. Und dann ab auf die Autobahn. Ach nee, die Auffahrt ist ja auch gesperrt. Wieder umdrehen und noch etwas durch die große Stadt (Pinneberg) zur nächsten Auffahrt, zum Glück gibt es hier ja mehrere davon.
Dann entspannt geradeaus Richtung Nordsee, schon mal die Salzstangen geöffnet, die Welt gerettet und verbessert und – die Ausfahrt nach Büsum verpasst!
Auf der Eiderbrücke keimte so langsam die Erkenntnis, dass irgendwas nicht stimmt. Zum Beispiel der Standort.
Der Grund für die Verwirrung war die Sperrung der Abfahrt Büsum durch eine Baustelle, die wir aber nicht so richtig wahrgenommen haben.
Der Umweg führte uns erst in Richtung SPO und dann über Kating in Richtung Eidersperrwerk – wir wollten wirklich alle Windräder zählen.
Teilweise war die Strecke zwar sehr idyllisch, aber doch nur ein besserer Wirtschaftsweg mit einer sehr schmalen Brücke, begrenzt auf 3,5 Tonnen. Naja, wir haben uns ganz leicht gemacht . . .
Der Stellplatz in Büsum sah aus der Ferne zunächst ziemlich voll aus, aber es gab bei näherer Betrachtung doch noch etlich Lücken. Wir haben sogar direkt am Wasser gestanden, also neben einem zugewachsenen Graben, aber immerhin.
Nach Formalitäten und Stromversorgung haben wir uns dann Bewegung verordnet und sind Gassi durch den Hafen und beim besten Fischgeschäft der Welt 😉 – Beckmann – vorbeigekommen. Hier gab es die passenden Zutaten für unser Fischbrötchen-Brunch.
Nach der dringend notwendigen Verdauungphase haben wir uns zu den anderen Touristen gesellt und sind in die Stadt bummeln gegangen. Wie man das hier so macht.
Die Geschäfte in Büsum hatten vom bundesweiten Feiertag nichts mitbekommen und dementsprechend alle geöffnet, gut für uns, aber man fragt sich schon . . .


Zuerst natürlich mal schauen, ob das Wasser noch da ist (war ziemlich weg) und dann wurde die gute alte Tradition des Schuhgeschäfteabklapperns gepflegt.
Es wurden einige Exemplare zur späteren Entscheidungsfindung zur Seite gelegt.
Natürlich konnten wir Halloween nicht gänzlich außenvor lassen, so wurde wenigsten die Womi-Deko entsprechend gestaltet.


01.11.2025
Temperatur leicht erhöht bei 12-14 Grad tagsüber, ein wenig mehr Wind, aber nach der Morgensonne kommt einiges an Niederschlag.

Stellplatz: Immer noch Büsum am Hafen.

Heute müssen wir unsere Freiluftaktivitäten bis zum frühen Nachmittag durchgezogen haben, denn dann soll es nass werden – Skandal.


Beim erneuten Spaziergang durch den Fischereihafen konnten wir feststellen, dass dort auf jeden Fall richtig Betrieb herrscht – und nicht nur für die Touristen.
Es gibt anscheinend einiges an Krabben zu fangen, was man auch an den gesunkenen Preisen gemerkt hat. Jedenfalls nicht so deprimierend wie in Friedrichskoog, wo ja der Hafen geschlossen ist. Die Friko-Fischer sind anscheinend hierher umgezogen, aber auch einige Holländer liegen hier rum.

Maritime Gegensätze im Fischereihafen – die Schiffe haben offenbar keine Berührungsängste

Jedenfalls sind auf zauberhafte Weise, fast wie von selbst geräucherte Makrelen und Lachs (ein ziemlich lustiger Fisch übrigens) in unseren Einkaufsbeutel gesprungen, als wir beim Fischhändler vorüberkamen. Das ergab dann wieder ein Omega3-gesättigtes Frühstück.
Die ausgiebige Regenperiode am Nachmittag haben wir auf den bordeigenen Lümmelmöglichgkeiten abgewettert.
Pünktlich zum Dunkelwerden – das war wichtig – sind wir wieder in die Stadt, denn siehe da: es war Lichterfest in Büsum.
Es fing für uns mit den beleuchteten Fischkuttern am Kai an und führte uns zum wechselnd illumiierten Leuchturm, was schon ziemzich spektakulär aussah:
Tinje hatte die Regenbogenphase am liebsten, was sich aber alles per Handykamera nur schlecht festhalten ließ. Trotzdem hier ein Versuch:


Natürlich gehört zu einem zünftigen Lichterfest auch ein Bratwurst- und Bier-Stand; das Abendbrot war also auch gerettet.

Teufel auch

Es mag ein paar tausend Jahre her sein. Der Teufel saß bei 400 Grad Oberhitze auf seinem Asbest-Schaukelstuhl, hatte schlechte Laune und sinnierte.
„Boah, ist mir langweilig“, brummte er vor sich hin. „Mit den Menschen ist auch überhaupt nichts los. Die sind ja zum Erbrechen freundlich und friedlich. Die brauchen endlich einen Grund, um sich gegenseitig mit Leid zu überziehen.“
Er dachte noch ein paar Jahrhunderte auf dem Problem herum und hatte dann eine Idee.
„Ich werde ihnen etwas geben, um die Sache etwas mehr in meinem Sinne zu gestalten, einen guten Grund für Mord und Zwietracht und vielleicht einer Prise Unterdrückung und Hass. Und ich nenne es Re-li-gion.

Tinje’s Geburtstag

26.09.2023
Wetter: Immer noch Sommer, unglaublich.
Stellplatz: Sehlendorfer Strand

Wir haben am Dienstagabend gerade noch so den Absprung hinbekommen. Nachdem dem das Carport noch eben vollendet, das Womi vollgepackt und das Haus geputzt war, sind wir so um 17:00 Uhr losgekommen und dann irgendwann in die Dunkelheit gefahren. Tante Gugel hat uns ein paar nette Landstraßen rund um Neumünster gezeigt, nachdem wir ihr mitgeteilt haben, dass wir nach Sehlendorf wollen.
Bei der Ankunft war es dann ganz dunkel, und wir sind erst mal gar nicht auf den Womo-Platz gefahren, sondern am Parkplatz an der Düne stehengeblieben.
Da das für Tinje ausreichend schön war und das Auto auch ziemlich gerade stand, haben wir das direkt als Stellplatz beibehalten.


Der Gemeindekassierer kam am nächsten Morgen, um 12 Euro einzuziehen und hatte gegen unseren Abstellort nichts einzuwenden. Die Saison ist ja auch schon gelaufen, und der Menschenandrang ist sehr übersichtlich. Auf dem „richtigen“ Platz waren vielleicht 10 oder 12 Womos. Nach dem Abendgassi haben wir dann die erste Nacht mit etwas Wellenrauschen im Hintergrund verbracht.

27.09.2023

Wir haben ein bisschen die Gegend erkundet und eine lange Morgenrunde gemacht, also eher zeitlich lang, als in Bezug auf die Strecke, Opa-Runde eben (hmm, welcher jetzt?).
Die Ausdauer hatte auch den Hintergrund, dass wir auf der Jagd nach Brötchen waren, allerdings erfolglos, weil zu spät.
Es war zu unserem Glück allerdings schon so spät, dass das Strandcafé geöffnet hatte, und wir uns für einen Fischbrötchenbrunch ausrüsten konnten. Alles sehr lecker dort, einschließlich des selbstgemachten Kuchens.
Tja, und es war immer noch Badewetter! Ein Schelm, der das noch für normal hält. Ich habe also unser Paddelboard aufgepumpt (die ersten 1800 Kalorien waren weg), und meine Badenixe mit aufs Wasser gezerrt. Oder war es umgekehrt?

30.09.2023
Stellplatz: Parksteifen Schulstraße, Dänischenhagen. Ruhige Lage trotz Oktoberfest im Dorf.

Irgendwie war uns der Strom abhandengekommen und die Batterien wollten sich auch nur ungern wieder aufladen lassen, bzw. hielt die Spannung nicht so sehr lange.
Viel Strom brauchen wir ja nicht, aber die Heizung sollte schon funktionieren.
Unsere Recherche ergab, dass die nächste sinnvolle Möglichkeit, neue Bord-Batterien zu erwerden, in Kiel war. Die Auswahl war am Samstag schon ziemlich eingeschränkt, und so mussten wir in die große Stadt fahren. Die erste Fachhandel schreckte uns mit Mondpreisen ab, und auch weitere, telefonisch kontaktierte Händler hatte ähnlich astronomische Preisvorstellungen.
So beschlossen wir, den Batteriekauf zu verschieben und haben uns auf Lebensmittel und sehr leckere Leberkäs-Brötchen beschränkt.
Unsere Anwesenheit in Kiel nutzten wir, um die Verwandschaft in Dänischenhagen zu überraschen und etwas small zu talken. Es gab eine Parkbucht direkt an der Straße vorm Haus, die wir dann gut ausgefüllt haben. Da es eine ruhige Wohngegend ist, war die Übernachtung kein Problem, ob wohl im Dorf Oktoberfest angesagt war und hier und da ein paar Feier-Geräusche aufflackerten.

01.10.2023
Stellplatz: Harnbjergvej in Humble, Auffahrt bei Thomsens
Wetter: Morgens noch bedeckt mit ein paar Nieselschauern, später durchgehen Regen. Aber immer noch ziemlich warm.

Da wir ja doch in Dänischenhagen hängengeblieben waren, haben wir die Versorgungsmöglichkeiten dort in Form einer Kabeltrommel, eines Gartenschlauchs über die Hecke und der Dusche im Haus genutzt.
Obendrauf kam noch ein Frühstück und reger Austausch mit neuen Erkenntnissen in Familienangelegenheiten und Politik.
Das jüngere Volk (außer Linus) war noch zu erschöpft vom Feiern (was auch immer), und ward bis Mittag nicht gesichtet.
Nach einer Gassirunde in der sehr schönen Dänischenhagener Pampa und noch einer Menge Talk, konnten wir uns dann doch losreißen und sind erst mal ganz allgemein Richtung Dänemark gefahren, was sich aber später Richtung Langeland konkretisiert hat.
Tinje konnte einfach den Fuß nicht vom Gaspedal trennen.
Es hat am Anfang der Fahrt angefangen zu regnen und bis zum Ziel nicht mehr aufgehört. Ab Odense wurde es dann dunkel und damit auch anstrengend, weil auch unsere Scheibenwischer nicht sehr viel Durchblick erzeugt haben. Am Ziel war der Fahrer dann auch durch.
Und weil wir diese sehr dunkle Insel mit gefühlt sehr kleinen Straßen nicht gerade mit Höchstgeschwindigkeit durchquert haben, war der Stau ganz klar immer hinter uns. Offenbar nehmen die Einheimischen so etwas aber ziemlich gelassen hin.
Nachdem wir Martin dann kurzfristig eine Warnung wegen drohenden Besuchs geschickt hatten, wurden wir dann in dieser Finsternis mit Lichtzeichen am Wegesrand empfangen.
Wir füllten dann die Auffahrt rückwärts gaaanz vorsichtig und überwiegend nach Gehör zu 100% mit Wohnmobil.
Danach war unbedingt ein Verpuster mit einer schönen Flasche Dosenbier fällig, und recht bald, nach kurzer Gassirunde, auch die Nachtruhe.

02.10.2023
Wetter: Zum Glück hat sich der Regen und die rote Sturmtüte in der Wetter-App und anscheinend auch in der Natur auf Morgen vertagt. Es war teilweise windig und meistens ziemlich diesig. Und immer noch um die 20 Grad!

Stellplatz: Bagenkop, Hafen. Es gibt Strom, Entsorgungsmöglichkeiten und Frischwasser. Allerdings muss man sich etwas umschauen, um alles zu finden. Die Sanitäranlagen in der Nähe vom Stellplatz sind ziemlich abgerockt, die im Yachthafen sahen etwas besser aus, haben wir aber nicht getestet.

Zweiter Tag auf Langeland, wenn man so will. Fing gut an mit einem Gassigang mit Martin & Maus und Frühstück bei unseren Gastgebern.
Danach habe wir eine sehr informative Inselführung über Sydlangeland bekommen, also alles, was sich so in zwei Stunden machen ließ – manche Leute müssen ja arbeiten.
Von der höchsten Erhebung, dem Fakkebjerg, hat man einen wunderbaren Blick über die ganze Südspitze von Langeland. Leider war es etwas diesig, aber man konnte klar erkennen, dass im Osten, Süden und Westen Ostsee ist, aber davor auch einige Brackwasserflächen und Moorteiche, in einem Naturschutzgebiet, in dem auch wilde Pferde und Rinder ziemlich frei umherlaufen können, außerdem ist das natürlich ein Vogelparadies.
Die Dänen lassen hier der Natur dankenswerter Weise etwas mehr Luft, als das bei uns der Fall ist. Außerdem wird auf der Insel wohl der benötigte Strom selbst produziert und teilweise sogar noch zu den Nachbarn exportiert, keine schlechte Situation.
Da wir die Auffahrt bei Thomsens nicht länger blockieren wollten, mussten wir uns entscheiden, entweder den Stellplatz direkt am Wasser naturnah zu nehmen, oder alternativ in Bagenkop am Hafen. Wegen der Entsorgungsmöglichkeiten haben wir uns für den Hafenplatz entschieden, immerhin fast unüberbrückbare 100 Meter vom Wasser entfernt.


Martina musste einige Runden auf dem leeren Parkplatz drehen, bis die optimale Aussicht mit möglichst viel Meerblick gefunden war. Ein bisschen wie die Hunde mit ihren Kuscheldecken.
Es war am Hafen schon ziemlich ruhig und abends waren wir die einzigen auf dem Stellplatz. Auch der Strand war so ziemlich menschenleer, bis auf einen abgehärteten Schwimmer.
Ticket zum Übernachten gab es am Automaten, so was wie einen Hafenmeister habe ich nicht gesichtet.

03.10.2023
Wetter: Die roten Wind-Tüten sind jetzt an, ein ganz schönes Gebläse unter tiefen Wolken, wir vermuten Stratocumulus, aus denen es gelegentlich tröpfelt.

Stellplatz: Wir haben beschlossen am Hafen Bagenkop zu bleiben

Der Tag wurde von bewegten Elementen bestimmt – der Westwind hat ab Mittag mit durchschnittlich 50 km/h gepustet und schöne weiße Wellen produziert, die fröhlich über die Mole gehüpft sind.

Da wir immer noch allein auf dem Parkplatz waren, hat Tinje das Auto noch schöner geparkt – schräg über zwei der aufgemalten Plätze – so dass wir auch aus dem Bett Meerblick hatten.

Wir haben festgestellt, dass sich die Einkaufmöglichkeiten zu dieser Zeit in Bagenkop in einem Hafenkiosk, einem Dagli Brugsen, einer Tankstelle und einem sehr sympathischen Alles-Laden erschöpfen. In dem letzteren sind wir aber länger geblieben und haben einige schöne Mitbringsel gefunden und nebenbei Klönschnack mit der Besitzerin gehalten. Martina hat sich gleich mal Kontakte zu dänischen Klamotten geben lassen. Und der Zen hat eine schicke Mütze abgestaubt.


Nachmittags kam noch ein Maddien zum Kaffee, ein bisschen wie früher, nur eben nicht in Tangstedt.
Der Spaziergang am Strand und durch den Hafen war angesichts der Windgeschwindigkeit sehr erfrischend, Snorres Ohren standen gerade im Wind, aber die Hunde scheinen das zu genießen. Kurz nach dem Dunkelwerden ist uns eine Sicherung durchgebrannt und es funktionierte nur noch die Hälfte der Aufbauelektrik. Ich habe die dann mangels Tageslicht mit Taschenlampe im Mund ersetzt, und nach dem zweiten Versuch war alles wieder hergestellt. Eine Minute später fing es an, waagerecht zu Regnen, inklusive Blitz und Donner. Gutes Timing.

04.10.2023
Wetter: Immer noch viel Wind und bewölkt. Richtig kalt wird es aber immer noch nicht.
Stellplatz: Bukkemose Garnhus. Privater Platz mit Slipanlage, ohne Ver- oder Entsorgungsmöglichkeiten, aber direkt am Wasser.

Wir haben uns vom schönen Platz in Bagenkop verabschiedet und sind ein paar Kilometer weiter in die Pampa gezogen. Auch auf dem privaten Platz am Bukkemose Garnhus, einer alten Fischerhütte waren wir allein. Der Platz wird wegen Slipanlage sonst nur von Anglern aus aller Welt benutzt. Es stehen auch alle 100 m welche im Wasser, scheint ein guter Fischplatz zu sein.
Wir konnten den Langlandsbelt in voller Breite aus dem Womi überblicken und haben den regen Schiffsverkehr überwacht.

Es hat etwas gedauert, bis wir unsere Parkgebühr losgeworden sind, aber beim dritten Versuch konnten wir jemanden rausklingeln. Die Besitzer sind sehr freundlich, wie eigentlich alle Leute, mit denen wir hier gesprochen haben. In der Nacht hat das Wetter wieder alles gegeben und es war teilweise ziemlich laut im Womi. Ein bisschen geschlafen haben wir in den Pausen aber trotzdem.

05.10.2023
Wetter: Der Wind bleibt uns erhalten, aber dafür scheint die Sonne vom wolkenlosen Himmel
Stellplatz: Rudkobing Marina. Stellplatz direkt am Hafen mit allem drum und dran für 180 DKr

Der Sonnenaufgang über Lolland – aus der Koje beobachtet – hat uns für die laute Nacht entschädigt. Leider waren unsere Bordbatterien schon wieder leer, so dass wir den Jockel anwerfen mussten, um etwas Strom für die Heizung und den Wasserhahn zu haben. Nach einem herrlichen Morgenspaziergang direkt an der Küste und einem ebenso herrlichen Frühstück haben wir beschlossen, schon mal ein kleines Stück Richtung Heimat zu schnubbeln und sind den Womo-Platz an der Marina Rudköbing kurz vor der Langelandsbroen angefahren.


Wir haben wie immer den besten Platz mit Meerblick bekommen, dafür sorgt der Fahrerin. Nachdem Erkunden der Platztechnik haben wir einen Bummel durch die Stadt gemacht und sind durch sehr schöne, bunte historische Gassen gewandelt.

Es gibt in der Stadt einige einladende Geschäfte, aber auch viele Häuser, die mal einen Eimer Farbe gebrauchen könnten. Der Blick auf die Marina hat uns am Abend noch etwas Hafen-Kino beschert, die beiden Skipper, die da reingeblasen wurden, hatten das Ruder gut im Griff. Ich konnte aber feststellen, dass die dänischen Klobürsten immer noch als Seezeichen verwendet werden. Die Dunkelheit wurde dann genutzt, um noch unauffällig zwei große Motorboote mit dem Trecker an Land zu ziehen, sah ein bisschen konspirativ aus.
Beim Gassigang am Abend konnten wir bei einem Blick in einen gut erleuchten Wintergarten die Dänen bei ihrer heimlichen Leidenschaft beobachten: Freestyle Schwoof.

06.10.2023
Wetter: Immer noch rote Tüte, teilweise Nieselregen, manchmal auch etwas mehr Niesel, immer noch ziemlich mild, 17 Grad oder so.

Stellplatz: Hafen von Aarösund, schöner Womo-Stellplatz am Yachthafen, Strom war da, Klo und Dusche in sauberem Zustand.

Wir haben beschlossen, heute weiter Richtung Heimat zu ziehen und haben uns einen Platz auf dem Weg gesucht. Ganz nach Hause wollten wir noch nicht, ist ja schließlich noch Urlaub.
Vorher haben wir noch einen Stadtbummel durch Rudköbing gemacht. Am zweiten Tag hat man immer schon das Gefühl, sich ganz gut auszukennen. Tinje hat eine Herrenbudike mit so einer Art Schlussverkauf gefunden, und der Zen hat wieder was abgestaubt. Lucky me. Nach einem ausgiebigen Frühstück – shoppen strengt an – sind noch Maddien und Maus zum Verabschieden gekommen. Die Fahrt war dann ziemlich entspannt, bis ein LKW meinte, uns anschieben zu müssen. Tinje war ihm wohl zu langsam, und leider war Überholverbot für LKWs, und so musste er sich auf Lichthupe und auf drei Meter auffahren beschränken – naja, es gibt auch solche Dänen, aber zum Glück nicht so viele.
Der Platz am Hafen hat uns dann entschädigt, aber diesmal waren tatsächlich noch mehr Womos da. Aber auch hier war alles lukket, auch das schöne alte Strandhotel. Immerhin gibt es ein Stück Strand zum Spazieren, und wir konnten im Arösund ein paar Schweinswale beobachten.

Sommerferien, Teil 2

28.08.2025
Himmel ist bedeckt, später sogar sonnig, noch später heftig Gewitter. Immer noch T-Shirt Temperatur

Nach ein wenig hin und her bei der Planung bin ich nachmittags noch Richtung Lübeck gefahren. Tinje war bei wegen der Mama-Aufsicht leider nicht abkömmlich und Carlsson musste ja auf Tinje aufpassen.
Ich hatte vorher bei meinem alten (darf ich sagen, sind wir inzwischen alle) Klassenkameraden aus der Realschule angerufen und wir habe uns locker verabredet.
Der Plan war, auf dem Parkplatz an der Kanalstrasse zu übernachten, was die letzten Male in Lübeck immer gut funktioniert hat. Leider hat sich diese Möglichkeit wohl in der Szene herumgesprochen und der Platz war folglich mit Womos gut ausgelastet.
Eine Lücke habe ich dann doch erspäht, leider etwas weiter abgelegen.

War aber alles gut und ich war pünktlich zum Feierabend – nicht ganz wie geplant – beim Reisebüro Mahnoli.
Nach kurzem Plausch bin ich dem Vorschlag meines local Guide gefolgt, und wir haben die beste Pizzeria der Stadt (Ecco) aufzugesucht.
Das war wirklich ein gelungener Abend, von der Location, von den Gesprächen, den Eindrücken und dem Gefühl, die alte Heimat wieder zu entdecken.
Die Übernachtung war dann dank etwas Schlummifix (Primitivo, Sambuca) kein Problem.

29.08.2025
Immer noch angenehm warm, etwas verhangen, später noch sonnig, wenig Wind

Ein erster Blick aus dem Fenster hat gezeigt, dass viele Camper anscheinend früh aufstehen und weiterziehen – es war entschieden mehr Platz auf dem Platz.

Bei einem kurzen Gang in die Stadt hat sich meine Hoffnung auf den kurzen Weg zu einem Bäckers schnell erfüllt. Ein petit dejeuner mit Bio-Brötchen, und danach zur Fortsetzung der Gespräche über die guten alten Zeiten und das Universum an sich wieder ins Reisebüro. Die Einladung auf einen guten Büro-Kaffee konnte ich natürlich nicht ausschlagen.
Die Wege in Lübeck waren auch immer Spaziergänge und kleine Entdeckungsreisen. Es gibt hier zum Glück noch viele interessante Geschäfte und anscheinend Leute mit Ideen.
Gegen Mittag musste ich mich dann verabschieden und Joris am Bahnhof abholen.
Der eigentliche Grund für den Ausflug war ja die Erweiterung und Festigung der Segelkenntnisse, sprich: wir wollten uns einen Cat ausleihen und zum ersten Mal ohne Aufsicht segeln.
Joris ist ja mit dem Deutschland-Ticket ausgerüstet, so war die kurze Anreise kein Problem. Das Aufgabeln am Taxi-Stand des Lübecker Bahnhofs war etwas drängelig, aber es gab keine Blessuren.
In Pelzerhaken angekommen, sah es für mich zuerst etwas spannend aus, da schon zwei Womos an der Strasse vor der Schranke standen. Aber meine Befürchtungen waren wieder einmal völlig unberechtigt, da „unser“ Platz auf uns gewartet hat, natürlich.


Des Rest des Tages war dem süssen Nichtstun gewidmet, wenn man einen kleinen Einkauf und einen Strandspaziergang hier mit einbeziehen möchte.
Die Belohnung für die Mühen des Tages waren Burger und Fischbrötchen bei Düne 56, eine der wenigen Lokalitäten, bei der sich die Preise anscheinend in letzter Zeit nicht verdoppelt haben.

30.08.2025
Erst etwas bewölkt oder hochnebelig, pünktlich zum Frühstück dann Sonne, später wechselnd wolkig mit 3 Regentropfen. Zum Glück etwas Wind zum Segeln.

Die Sonne hat nach draußen zum Frühstück gelockt. Ich musste mich noch etwas überzeugen, dass es Sinn macht, auch für zwei Mal schlafen, die Gartenstühle rauszuholen. Man muss ja ehrlicherweise zugeben, dass man ansonsten nicht wirklich viel zu tun hat. Irgendwann ließ sich dann auch Joris rauslocken.


Nach dem Frühstück haben wir uns beim Nahkauf noch mit ein paar Zutaten fürs Grillen eingedeckt.
Weil ein Hauch von Wind zu spüren war, zog es uns dann bald zur Segelschule um mal die Catamaran-Verfügbarkeit zu checken.
Es gab das OK von Jule und der Wind erschien uns auch ausreichend. Wir haben uns in die Neos geworfen, bezahlt und den Cat zum Wasser geschoben.
Unser Fachwissen war noch präsent, so dass wir gut rausgekommen sind, wie immer bis hinter die Sandbank ohne Ruder.
Und siehe da, es gab über längere Strecken richtig netten Wind und der Cat hat gesummt.
Und so sind wir in der Neustädter Bucht hin und her gesegelt, fast bis zum Hansa-Park, abwechselnd an Ruder oder Vorschot, und weiter hin und wieder her, haben das Ganze sehr genossen, und als wir wieder angelandet waren, hatten wir über vier Stunden mit dieser sehr sinnvollen Tätigkeit verbracht. Frei nach Loriot: Segler werden ja immer gebraucht.
Wir haben noch einen freundlichen Menschen überreden können, den Cat wieder mit auf die Wiese zu ziehen.
Nach dieser anregenden körperlichen Tätigkeit hatten wir uns den Grill verdient.
Seltsamerweise waren ausgerechnet Joris Stücke immer schwarz, wahrscheinlich, weil er am besten polken kann.
Ich hoffe, ich kann mich mit der Zeit doch noch mit dem Gasgrill anfreunden.
Heute ist tatsächlich ein Abend an dem auch die Zirpen grillen und man noch ein wenig draußen sitzen kann, eine Behandlung mit Antibrumm vorausgesetzt.

31.080.2025
Das Wetter hat sich gehalten, immer noch sonnig und ein laues Lüftchen.

Nach einem Kurzbesuch am morgendlichen Strand war die erste Amtshandlung des Tages Anstehen beim Bäcker. Die Schlange sah mit gefühlt 20 Leuten nach etwas Zeitvertreib aus, aber die Damen haben das sehr freundlich, zügig und routiniert abgearbeitet.
Mein Körper hat am Morgen doch nicht so sehr gegen die ziemlich nasse Seereise vom Vortag protestiert, wie ich erwartet hatte.
Es ließ sich alles noch ziemlich gut bewegen, so dass wir uns Mittags tatsächlich noch ein Surfboard geschnappt haben, aber für mehr als ein bisschen Rumprobieren hat der Wind leider nicht gereicht.
Die Zeit bis zur Abfahrt haben wir zum Trocknen der Neos und für einige Aufräumarbeiten genutzt. Wir sind ziemlich rechtzeitig losgefahren, und das war auch gut so.
An der Entsorgungsstation hatten wir noch zwei Womos vor uns, wobei die Kollegen sich alle Zeit der Welt genommen haben. Die waren sehr nett und freundlich und haben sich am Ende auch für unsere Geduld bedankt, aber das Auschecken hat uns locker eine dreiviertel Stunde gekostet. Habe ich so auch noch nicht erlebt. Immerhin waren wir noch rechtzeitig vom Platz und mussten nichts nachzahlen.

Sommerferien mit CAT-Kurs

26.07.2025
Wedda ist angenehm temperiert und mit wenig Wind versehen, Niederschlag ist heute ausgeblieben
Stellplatz ist heute und die nächsten Tage unser „Stammplatz“ in Pelzerhaken.

Manchmal muss man sich etwas Zwang auferlegen, um sicherzustellen, dass man nicht Gründe findet, um etwas nicht zu machen, man sollte z.B. etwas fest buchen. Wenn man das dann schon bezahlt hat, wird man den Plan so schnell nicht verwerfen.
In unserem Fall haben wir den Catamaran-Kurs gebucht und sind jetzt trotz vieler anderer wichtiger und dringender Dinge einfach mal nach Pelzerhaken gegondelt, leider ohne Tinje und Carlsson.
Die Fahrt war wirklich sehr entspannt, weil wir auf den ersten 5 Kilometern einen Trecker mit 40 Km/h Höchstgeschwindigkeit vor uns hatten – ohne Chance zu überholen. Da heißt es einfach entspannen und genießen.
Den Rest haben wir fast ausschließlich auf der Landstraße hinter uns gebracht und sind die alte Strecke „von früher“ über Ahrensbök und Pönitz gefahren, das war schon etwas nostalgisch, da war ich wirklich lange nicht mehr.
Von Urlauber-Massen wegen des Ferienbeginns war weit und breit nichts zu sehen, gut so. Nachdem Joris und ich uns noch bei Aldi mit Spezereien – Motto „Low Vitamins“ – eingedeckte haben, kam der spannende Moment am Stellplatz an der Pelzerwiese! Wo ist unser Platz! Dank Bumas Universums-Bestellungen war das natürlich überhaupt kein Problem und wir hatte sogar mehrere zum Aussuchen.


Nachdem der Automat schließlich meine dritte Bankkarte akzeptiert hatte (was machen Leute mit nur einer Karte?), haben wir uns auf einen schönen Platz gekuschelt.
Der erste Gang zum Strand hat gezeigt, dass die Ostsee auch ganz schön stinken kann, wenn sich das Wasser nicht bewegt. Das wird nächste Woche sicherlich anders, da stehen ein paar Windtüten auf der App.

27.07.2025
Wetter ist morgens immer noch ziemlich schwül bei 20 Grad, kaum Wind aber es dröppelt immer mal wieder aus der geschlossenen Wolkendecke. Gegen Abend reißen die Wolken auf und die Luftfeuchtigkeit nimmt ab.

Heute ist ja Sonntag und man ist daher geradezu verpflichtet, lange zu schlafen. Naja, ich hab’s versucht, Joris konnte etwas länger durchhalten.
Frühstück haben wir noch drinnen gemacht, weil ich die Regenlage nicht so richtig einschätzen konnte. Nachdem das Frühstück einigermassen verdaut war, haben wir beschlossen, das SUP aufzupumpen – der erste sportliche Teil des Tages.
Wir sind in unsere Shorties geglitten und zum Strand marschiert, wo uns die Ostsee mit einem ziemlich strengen Geruch an der Wasserkante empfangen hat.
Anscheinend vergammeln hier Braunalgen in größerem Umfang. Wir hoffen, dass sich das bei etwas mehr Wind wieder verteilt.
Wir haben uns durch die Unterwasser-Botanik bis zur Sandbank gekämpft und dort StandUp-Comedy – also die richtige auf dem SUP – geübt. Also mindestens mal ein erster Wasserkontakt und die zweite Sporteinheit des Tages.
Die Dusche danach war dringend notwendig, um nicht im Dunkeln für eine Braunalge gehalten zu werden.
Wegen der allgemeinen Erschöpfung war eine Siesta vonnöten.
Um dem Tag noch mehr Sinn zu geben, haben wir eine „kleine“ Radtour nach Grömitz beschlossen – die nächste Sporteinheit. Laut Frau Google sollte das in einer guten halben Stunde zu bewältigen sein, aber wir sind offenbar irgendwie anders gefahren. Und die mehreren hundert Höhenmeter wurden da auch verschwiegen.
Ich habe jedenfalls kurz vor dem Ziel angesichts des ziemlichen Gefälles nach Grömitz – man muss da ja auch wieder zurück – geschwächelt, und wir sind umgedreht.
Kurze Randnotiz: Alles ohne Akku!
Da ich das Gefühl hatte, dass mein Hinterreifen etwas mehr Luft gebrauchen könnte, habe ich eine Fahrrad-Servicestation am Wegesrand in Anspruch genommen, mit dem Erfolg, dass ich den Rückweg mit einem fast platten Reifen bestreiten musste, weil die Pumpe defekt war und nur Luft rausgelassen hat.
Auch das Hilfe-Ansinnen bei einem naheliegenden Bauernhof hat bei den Bewohnern nur etwas Ratlosigkeit ausgelöst. Es gab dort nur Mittel zum Treckerreifen aufpumpen. „Wir sind nicht so die Radfahrer“, beschied uns die Seniorchefin.
Zum Trost haben wir in einem kleinen Restaurant mit Meerblick einen ziemlich teuren, aber auch sehr leckeren Burger inhaliert.
Der Rest des Heimwegs war dann schon viel einfacher.

28.07.2025
Wetter ist heute soweit einladend, teils sonnig, 20 Grad und es gibt Wind!

Das Frühstück konnte heute draußen stattfinden und der Brötchenservice hat auch geklappt. Wir haben also die Möbel rausgeholt und wie bei Königs im Grünen gespiesen. Die Zeit bis zum Kursstart habe ich mit Tätigkeiten wie Abwaschen und Aufräumen überbrückt.
Etwas aufgeregt haben uns dann zur Surfschule begeben und mit Neopren eingekleidet. Der Hobie 15 lag schon am Strand, den mussten wir nur noch startklar machen. Außer uns beiden war noch ein dritter Teilnehmer dabei, und jeder durfte mal das Großfall bedienen und belegen. Kleiner Theorieteil am Strand und dann haben wir den Cat ins Wasser geschoben. Da es in diesem Revier erstmal ein ganze Strecke flach ist, muss man ohne Ruderanlage rauskommen. Man lernt also gleich mal, nur mit Segel und Gewicht zu steuern.
Unser Segellehrer wies zwei Leute, die da anscheinend baden wollten, darauf hin, dass es keine gute Idee ist, im Surfbereich schwimmen zu gehen. Wir hielten die zuerst für beratungsresistent, aber im Laufe der übers Wasser gebölkten Unterhaltung stellte sich heraus, dass die sozusagen zu Fuß unterwegs waren, um ihre mit SUPs ziemlich weit rausgetriebenen Kinder zu retten. Nach unserer Einschätzung war das bei dem ablandigen Wind ein ziemlich hoffnungsloses Unterfangen und wir haben die Kids, die sich überhaupt keiner Gefahr bewusst waren, mit dem Cat wieder zurückgezogen. Leichtsinn live und in Farbe!
Der Rest unserer Trainigsfahrt verlief bei besten Wetterbedingungen extrem geil.
Beim Anlanden kann man es hier gut mal haben, dass der Wind in Ufernähe alle ist und man lernt gleich wieder mit Segeln und Gewicht zu spielen, um ohne Ruder zum Ziel zu kommen. Der uncoole Teil des Ganzen ist dann, den Kat mit dem selbstgebauten Bollerwagen wieder über den Strand zur Wiese zu ziehen.
Wieder beim Womi angekommen, hielt direkt vor unserer Nase der Eiswagen, sozusagen als Provokation, die wir auch jeder mit zwei Kugeln angenommen haben. Danach mussten wir angestrengt rumgegammeln und uns erholen.
Da man hier für verschiedene Dinge doch immer noch Bargeld braucht, haben wir uns auf die Suche nach einem Geldautomaten gemacht – erfolglos. Der vom letzten Jahr ist nicht mehr da. Auf dem Weg sind wir noch bei einem „Musik im Strandkorb“ – Konzert an der Seebrücke gelandet, wobei ich die Atmophäre bei der Abendsonne am Strand sehr schön fand, aber die Musik war nicht so unsere.
Also ab zum Womi, Logbuch schreiben und nach Hause telefonieren.

29.07.2025
Das Wetter macht noch keine Anstalten auf Sommer umzuschalten, es bleibt bei knapp 20 Grad, ordentlich Wind und gelegentlichen Schauern.

Heute galt es „früh“ aufzustehen, weil Mikki unsere Theorieeinheit – er nennt es Toolbox – mit der zweiten Gruppe zusammen legen wollte („muss ich nur einmal sabbeln“), und das schon morgens um zehn – extrem hart.

Nach der Theorie mit Jules selbstgeschnitzten Cat-Modell haben wir mit den Kräften von zwei Teams den Cat an den Strand geschoben und soweit aufgebaut. Wir haben die Früh-Gruppe dann übers große Ostmeer ziehen lassen und uns die Zeit bis zu unserem Start mit Dinge tun und Sachen machen vertrieben.
Heute war noch ein bisschen mehr Wind und Welle und wir sind spektakulär über die Neustädter Bucht geknattert und haben unterwegs noch zwei Schweinswale getroffen. Auf dem Programm stand heute Manöver-Training, also wiederholen und möglichst merken.
Am Ende dann die beliebte Übung „Wir kippen unser Boot um“.
Wenn man alles richtig falsch macht, ist das gar nicht so schwer, und man hat dabei viele Gelegenheiten sich richtig weh zu tun, weil irgendwie alles glitschig und hart ist. Weil wir nun schon mal so dekorativ im Wasser lagen, hat Mikki uns noch erklärt, was man am besten macht, wenn man auf dem Teich von einem Gewitter überrascht wird. Man wirft das Boot ganz rum, bis der Mast zum Grund zeigt, indem man sich auf den Mast stellt und das Ganze langsam sacken lässt. So ist man auf jeden Fall nicht mehr der höchste Punkt weit und breit, und man hat gute Chancen, dass Zeus einen nicht sieht.
Nach der immer wieder gern genommenen Aktion, den Cat wieder auf die Wiese zu schieben, haben wir uns nach der Dusche zur Erholung zurückgezogen.
Ich muss es nochmal erwähnen: Diese Warmwasserdusche an der Promenade ist einfach genial. Man wird selbst das Salz los und kann gleich den Neo mit durchspülen.
Auf dem Stellplatz hatten wir allerdings schon Besuch, weil Markus sein Womi dringend bewegen musste und wir auch lange nicht beim Griechen waren.
Es gibt hier zum Glück immer wieder schnell freie Plätze. Es ist ein stetiges Kommen und Gehen, und so hat die Travemünder Schrankwand den Platz-Nachbarn etwas Schatten gespendet.


Der örtliche Grieche wohnt hier direkt an der Promenade, wo wir sehr angenehm draußen getafelt haben. Wieder mal wie bei Königs. Man musste als Ausklang des Tages bei ein Hopfengetränk vorm Womi noch einige wichtige Dinge besprechen, das Dasein und Hiersein ziemlich gut finden und dann rechtschaffen müde in Koje krabbeln.

30.07.2025
Das Wetter ist noch da, etwas nass und ziemlich windig. Nachts ist es ziemlich frisch, 12 – 13 Grad. Es ziehen Schauer durch, und der Wind nimmt zu.

Bargeld gibt es jetzt beim Nahkauf, wurde mir erzählt, und da wir Milchnotstand hatten, habe ich Joris schlummern lassen und bin ich mal kurz hingeradelt. Und tatsächlich, es gab Milch und einen Fuffi obendrauf. Natürlich kann man da keine Riesensummen mitnehmen, aber die brauchen wir hier ja auch nicht. Noch kurz Markus verabschiedet, der heute noch nach Wuppertal aufbrechen wollte, und dann ganz entspannt, nämlich genauso wie es sein sollte, gefrühstückt.
Wir sind noch etwas Theorie durchgegangen, Wendemanöver, Teile des Segels und so weiter, und dann mussten wir auch schon in unsere Neopren-Dienstkleidung schlüpfen. Mikki war mit der anderen Gruppe schon einen Schlag gesegelt, aber auch nur einen, weil es heute ein ganz schönes Gebläse gab. Unseren Törn haben wir dann lieber ausfallen lassen, weil der Wind noch zunehmen sollte, was er später auch gemacht hat. Die See hatt durchgehend weiße Mützen auf, und Mikki wollte den ultimativen Materialtest nicht mit uns machen.
Wir haben den Cat-Kurs also einen Tag verschoben und sind heute ganz tollkühn mal Surfen gegangen, weil Wasserkontakt muss schon sein. Wir haben uns relativ kleine Segel geliehen, aber ich hatte trotzdem gut tun und am Ende wurde mir das regelrecht aus Hand gerissen. Das war dann das Zeichen zum Aufhören, und unsere Stunde war wohl auch um. Joris hätte noch Reserven gehabt, aber das gehört ja wohl auch so als Profisportler.
Es sollte am Abend eigentlich so ein kleines Grillevent bei der Surfschule stattfinden, das hatten wir auch nochmal nachgefragt. Aber als wir mit unserem Grillgut in der Tasche dort aufgeschlagen sind, war der Grill noch aus und es gab im Segellager mehr so ein Treffen der Kids-Kurse. Das war ein ziemliches Gedrängel und hat uns nicht so richtig eingeladen. Wir haben dann zu Hause die Pfanne angeworfen, das war auch ok. Es fing später am Abend so richtig dauerhaft und ergiebig an zu regnen, und spätestens dann haben wir die Grillparty nicht vermisst.

31.07.2025
Morgens freundlich und sonnig, später sind Gewitterzellen mit mächtig Wind im Gepäck durchgezogen.

Unsere Morgenroutine „Opa macht Frühstück und holt Brötchen“ haben wir auch heute durchgezogen, und nach einigen hausmännlichen Tätigkeiten zur Aufrechterhaltung der Ordnung im Womi sind wir noch ein paar Prüfungsfragen durchgegangen. Einiges mussten wir noch im Cat-Sailing-Handbuch nachschlagen.
Dann wieder ab in den Neo und wir haben erstmal ohne Trainer zwei Cats startklar gemacht. Leichte Korrekturen waren noch vorzunehmen, aber wir Schüler sind dann auf unserem eigenen Cat gestartet, Mikki hat sich einen kleinen Hobie als Aufsichtsfahrzeug geschnappt. Als wir so einigermaßen in Fahrt gekommen waren, packte das Ostseewetter die Überraschungstüte mit heftigen Böen aus, die uns anscheinend gern mal umgeworfen hätten. Das konnte wir knapp verhindern und haben trotzdem ein paar Wenden hinbekommen, waren aber eigentlich in der falschen Richtung, nämlich wieder Richtung Heimathafen (naja, Strand an der Segelschule).


Im Nachhinein war das ganz gut so, denn aus der dicken Regenwolke fielen plötzlich Blitz und Donner, und von Mikki kamen unmissverstädliche Zeichen, sofort zum Strand zu fahren. Wenn da also irgendwo geschrieben steht, dass man auf dem Wasser von Gewitter überrascht werden kann, entspricht das durchaus den Tatsachen. Diese Gewitterzelle kam in keiner einzigen Wetter-App vor, nur mal einfach so am Himmel. Damit war unser Cat-Training für heute beendet, denn man sollte bei Gewitter nicht der höchste Punkt auf dem Wasser sein, und es war mit weiteren Gewitterzellen zu rechnen. Wir haben uns für den nächsten Tag bereits um 10 Uhr verabredet und wollen dann als Ausgleich entsprechend länger trainieren.
Damit hatten wir schon mal unsere erste Verlängerung auf dem Womo-Platz gewonnen.
Joris war noch Milch holen und dann haben wir aus dem Womi die nächsten Starkregen-Ereignisse beobachtet.
Highlight zum Ausklang des Tages: Joris hat Pfannkuchen gemacht. Extra lecker!

01.08.2025
Wetter ist immer noch sehr wechselhaft, Temperatur hält sich so bei 19 Grad. Wind ist mal da und mal nicht da, der macht wie er will. Abends überwiegend sonnig.

Heute mal wieder früh aufstehen, was tut man nicht alles für die Seefahrt. Wir waren pünktlich an der Surfschule und haben im Freiluft-Klassenzimmer noch einen Theorieteil mit Vorfahrtsregeln und Knoten durchgezogen.
Als wir die Cats später am Strand aufgebaut hatten, konnte man wieder verdächtig wilde Wolkenhaufen beobachten. Wir haben die Segel erst mal wieder runtergenommen und uns für Nachmittags verabredet.
Jule rief dann irgendwann an, zum Glück recht hartnäckig. Weil ich die Nummer nicht kannte, habe ich die aus alter Gewohnheit/Erfahrung mit irgendwelchen Junk-Anrufen immer weggedrückt. Bis Joris, der Schlaubischlumpf meinte, das könne ja auch die Segelschule sein. Sie war es und hat gefragt, ob wir auch den nächsten Tag noch Zeit hätten, weil sich die Gewittergefahr bis zum Nachmittag nicht sonderlich reduziert hatte.
Und wir haben die zweite Verlängerung auf dem Stellplatz eingetütet.
Um den Tag noch sinnvoll zu nutzen, haben wir uns nochmal die Prüfungsfragen aus unserem Handbuch vorgenommen und sind anschließend Jules Vorschlag gefolgt und nochmal zur Segelschule rübergegangen, um die schriftliche Prüfung zu absolvieren – im Freien und bei bestem Sommerwetter übrigens, man steckt da nicht drin.
Wir haben jedenfalls mindestens soviele Fragen richtig beantwortet, dass die Prüfung als bestanden galt, und hatten damit das Kapitänspatent in der Tasche. Chaka! Wir hoffen stark, dass wir morgen noch mal die Chance zu einem ausgiebigen Segeltraining bekommen, die Theorie ist ja auf dem Wasser schnell mal vergessen. Da hilft nur Machen und Üben.
Unseren Erfolg haben wir dann in Rettin bei Düne 56 mit Backfischbrötchen und Pommes gefeiert.
Da unser kleiner Tisch mitten im Leben fast direkt an Promenaden-Weg stand, konnte man sehr schöne Studien der verschiedenen Erziehungsmethoden bei den vorbeiziehenden oder einkehrenden Familien vornehmen.
Nach einem kurzen Plausch mit den zufällig vorbeiradelnden Tangstedter Nachbarn – ja, man trifft sie überall – haben wir uns wieder auf den Heimweg gemacht.
Bei „uns“ in Pelzerhaken fühlte es sich aber um einiges ruhiger an, und ich muss immer wieder feststellen, dass mir dieser Flecken mit der Promenade, Surfschule, Strand und Stellplatz dicht dran sehr gefällt.

02.08.2025
Tag fängt freundlich an und wird noch freundlicher mit bestem Segelwind- und Wetter. Später dann Wolken mit Inhalt.

Heute war laut Surfschule wieder Frühstart angesagt, also 10:30 Uhr. Wir waren fast versucht, den Wecker zu stellen, aber länger als bis 8 habe ich in den letzten Jahren nicht mehr geschlafen, von daher also der inneren Uhr vertraut.
Brötchen haben wir heute mal direkt beim Bäcker geholt, so ganz ohne Schlangestehen ist das ja langweilig. Unser Brötchen-Abo auf dem Stellplatz hatte ich auch nicht bis Samstag verlängert, also ab aufs Fahrrad und 3 Minuten Radtour.
Aus seemännischer Sicht gab es an unserem jetzt aber wirklich letzten Tag Manövertraining, welches aus Wenden üben, Kurs finden und halten und Gertrud-über-Bord-Manövern bestand (Gertrud = olle Schwimmweste mit Sandsack). Das Wetter war superior, Joris und ich hatten unseren Cat für uns, die Mavöver haben gut geklappt und wir haben Thumbs-Up vom Trainer bekommen, mehr geht nicht.
Wir sind zum Schluss einfach mal nur cool gesegelt und haben ausprobiert, auf welchem Kurs sich der Cat am wohlsten fühlt. Dass kann man nämlich sogar hören, wenn die Vibrationen des Bootes ab einer bestimmten Geschwindigkeit Summen in verschieden Oktaven erzeugen.
Wir wollten eigentlich gar nicht so gern wieder an Land, aber die Zeichen vom Trainer konnten wir nicht sehr lange ignorieren.
Also hieß es ungern wieder zum Strand segeln, hierbei noch etwas das Steuern ohne Ruder üben und den Cat wieder den Strand hochschieben – der wirklich sportliche Teil bei der Segelei.
Mikki war der Meinung, dass wir die Elemente sicher beherrschen und wir haben schließlich unseren Cat-Grundschein ausgehändigt bekommen.


Die restliche Zeit bis zur Abfahrt – man muss biss 17:30 Uhr vom Platz sein – haben wir gut zum Trocknen der Klamotten nutzen können.
Gutes Timing, denn die Landstraße nach Hause hat uns mit ein paar ergiebigen Regengüssen empfangen.
Fazit: Leider geil. Es laufen schon Planungen für den nächsten Termin zum Mieten eines Cats.

Die Idee

gibt es eigentlich schon ziemlich lange, und auch erste Anfänge. Da war zu Beginn der 80er einmal ein roter Bedford Blitz. Nach dem Ausbau ausgestattet mit Holzpaneelen, Klappsitz/Bett, Klapptisch, Gaskühlschrank und ein paar Lampen. Und leider auch mit viel Rost, deswegen waren wir nicht so lange zusammen.
Später gab es Zeichnungen, wie mein selbstgebauter LT aussehen sollte, allein das Kapital hat gefehlt.
Nachdem wir jetzt ein paar Jahre mit unseren Bürstis herumfahren, weiß ich, wie die Austattung bei einem Kastenwagen aussehen soll und was wir brauchen.
Meinen Start ins Renterdasein und die wahrscheinlich daraus resultierende freie Zeit möchte ich gern mit dem Ausbau eines Kastenwagens füllen.
Ob das jetzt sinnvoll ist, kann man diskutieren. Fakt ist, dass wir nicht unbegrenzte Mittel für einen fertigen Camper haben, aber auf jeden Fall gern mal durch die Gegend gondeln.
Man soll ja Dinge tun, an denen man Freude hat, und das ist bei so einem Projekt definitv der Fall. Außerdem hat man am Ende das, was man will und muss nicht schon beim Kauf Kompromisse eingehen.
Wenn man lange genug über Verwendungszweck, Ausstattung und Aufteilung nachdenkt, gibt es davon immer noch genug, weil man natürlich alles so optimal wie möglich und für alle Eventualitäten passend haben möchte, karierte Maiglöckchen eben.
Bei den diversen Bastel- und Reparaturarbeiten an unseren Bürsten-Oldies habe ich viel gelernt und traue mir den Selbstausbau zu. Es gibt ja außerdem haufenweise Blogs und Videos im Netz mit vielen Ideen, auf die man selbst nie kommen würde.
In meinem Berufsleben war handwerkliche Kreativität nicht so sehr gefragt, aber ich denke, das da doch etwas schlummert, was raus muss.