Tinje’s Geburtstag

26.09.2023
Wetter: Immer noch Sommer, unglaublich.
Stellplatz: Sehlendorfer Strand

Wir haben am Dienstagabend gerade noch so den Absprung hinbekommen. Nachdem dem das Carport noch eben vollendet, das Womi vollgepackt und das Haus geputzt war, sind wir so um 17:00 Uhr losgekommen und dann irgendwann in die Dunkelheit gefahren. Tante Gugel hat uns ein paar nette Landstraßen rund um Neumünster gezeigt, nachdem wir ihr mitgeteilt haben, dass wir nach Sehlendorf wollen.
Bei der Ankunft war es dann ganz dunkel, und wir sind erst mal gar nicht auf den Womo-Platz gefahren, sondern am Parkplatz an der Düne stehengeblieben.
Da das für Tinje ausreichend schön war und das Auto auch ziemlich gerade stand, haben wir das direkt als Stellplatz beibehalten.


Der Gemeindekassierer kam am nächsten Morgen, um 12 Euro einzuziehen und hatte gegen unseren Abstellort nichts einzuwenden. Die Saison ist ja auch schon gelaufen, und der Menschenandrang ist sehr übersichtlich. Auf dem „richtigen“ Platz waren vielleicht 10 oder 12 Womos. Nach dem Abendgassi haben wir dann die erste Nacht mit etwas Wellenrauschen im Hintergrund verbracht.

27.09.2023

Wir haben ein bisschen die Gegend erkundet und eine lange Morgenrunde gemacht, also eher zeitlich lang, als in Bezug auf die Strecke, Opa-Runde eben (hmm, welcher jetzt?).
Die Ausdauer hatte auch den Hintergrund, dass wir auf der Jagd nach Brötchen waren, allerdings erfolglos, weil zu spät.
Es war zu unserem Glück allerdings schon so spät, dass das Strandcafé geöffnet hatte, und wir uns für einen Fischbrötchenbrunch ausrüsten konnten. Alles sehr lecker dort, einschließlich des selbstgemachten Kuchens.
Tja, und es war immer noch Badewetter! Ein Schelm, der das noch für normal hält. Ich habe also unser Paddelboard aufgepumpt (die ersten 1800 Kalorien waren weg), und meine Badenixe mit aufs Wasser gezerrt. Oder war es umgekehrt?

30.09.2023
Stellplatz: Parksteifen Schulstraße, Dänischenhagen. Ruhige Lage trotz Oktoberfest im Dorf.

Irgendwie war uns der Strom abhandengekommen und die Batterien wollten sich auch nur ungern wieder aufladen lassen, bzw. hielt die Spannung nicht so sehr lange.
Viel Strom brauchen wir ja nicht, aber die Heizung sollte schon funktionieren.
Unsere Recherche ergab, dass die nächste sinnvolle Möglichkeit, neue Bord-Batterien zu erwerden, in Kiel war. Die Auswahl war am Samstag schon ziemlich eingeschränkt, und so mussten wir in die große Stadt fahren. Die erste Fachhandel schreckte uns mit Mondpreisen ab, und auch weitere, telefonisch kontaktierte Händler hatte ähnlich astronomische Preisvorstellungen.
So beschlossen wir, den Batteriekauf zu verschieben und haben uns auf Lebensmittel und sehr leckere Leberkäs-Brötchen beschränkt.
Unsere Anwesenheit in Kiel nutzten wir, um die Verwandschaft in Dänischenhagen zu überraschen und etwas small zu talken. Es gab eine Parkbucht direkt an der Straße vorm Haus, die wir dann gut ausgefüllt haben. Da es eine ruhige Wohngegend ist, war die Übernachtung kein Problem, ob wohl im Dorf Oktoberfest angesagt war und hier und da ein paar Feier-Geräusche aufflackerten.

01.10.2023
Stellplatz: Harnbjergvej in Humble, Auffahrt bei Thomsens
Wetter: Morgens noch bedeckt mit ein paar Nieselschauern, später durchgehen Regen. Aber immer noch ziemlich warm.

Da wir ja doch in Dänischenhagen hängengeblieben waren, haben wir die Versorgungsmöglichkeiten dort in Form einer Kabeltrommel, eines Gartenschlauchs über die Hecke und der Dusche im Haus genutzt.
Obendrauf kam noch ein Frühstück und reger Austausch mit neuen Erkenntnissen in Familienangelegenheiten und Politik.
Das jüngere Volk (außer Linus) war noch zu erschöpft vom Feiern (was auch immer), und ward bis Mittag nicht gesichtet.
Nach einer Gassirunde in der sehr schönen Dänischenhagener Pampa und noch einer Menge Talk, konnten wir uns dann doch losreißen und sind erst mal ganz allgemein Richtung Dänemark gefahren, was sich aber später Richtung Langeland konkretisiert hat.
Tinje konnte einfach den Fuß nicht vom Gaspedal trennen.
Es hat am Anfang der Fahrt angefangen zu regnen und bis zum Ziel nicht mehr aufgehört. Ab Odense wurde es dann dunkel und damit auch anstrengend, weil auch unsere Scheibenwischer nicht sehr viel Durchblick erzeugt haben. Am Ziel war der Fahrer dann auch durch.
Und weil wir diese sehr dunkle Insel mit gefühlt sehr kleinen Straßen nicht gerade mit Höchstgeschwindigkeit durchquert haben, war der Stau ganz klar immer hinter uns. Offenbar nehmen die Einheimischen so etwas aber ziemlich gelassen hin.
Nachdem wir Martin dann kurzfristig eine Warnung wegen drohenden Besuchs geschickt hatten, wurden wir dann in dieser Finsternis mit Lichtzeichen am Wegesrand empfangen.
Wir füllten dann die Auffahrt rückwärts gaaanz vorsichtig und überwiegend nach Gehör zu 100% mit Wohnmobil.
Danach war unbedingt ein Verpuster mit einer schönen Flasche Dosenbier fällig, und recht bald, nach kurzer Gassirunde, auch die Nachtruhe.

02.10.2023
Wetter: Zum Glück hat sich der Regen und die rote Sturmtüte in der Wetter-App und anscheinend auch in der Natur auf Morgen vertagt. Es war teilweise windig und meistens ziemlich diesig. Und immer noch um die 20 Grad!

Stellplatz: Bagenkop, Hafen. Es gibt Strom, Entsorgungsmöglichkeiten und Frischwasser. Allerdings muss man sich etwas umschauen, um alles zu finden. Die Sanitäranlagen in der Nähe vom Stellplatz sind ziemlich abgerockt, die im Yachthafen sahen etwas besser aus, haben wir aber nicht getestet.

Zweiter Tag auf Langeland, wenn man so will. Fing gut an mit einem Gassigang mit Martin & Maus und Frühstück bei unseren Gastgebern.
Danach habe wir eine sehr informative Inselführung über Sydlangeland bekommen, also alles, was sich so in zwei Stunden machen ließ – manche Leute müssen ja arbeiten.
Von der höchsten Erhebung, dem Fakkebjerg, hat man einen wunderbaren Blick über die ganze Südspitze von Langeland. Leider war es etwas diesig, aber man konnte klar erkennen, dass im Osten, Süden und Westen Ostsee ist, aber davor auch einige Brackwasserflächen und Moorteiche, in einem Naturschutzgebiet, in dem auch wilde Pferde und Rinder ziemlich frei umherlaufen können, außerdem ist das natürlich ein Vogelparadies.
Die Dänen lassen hier der Natur dankenswerter Weise etwas mehr Luft, als das bei uns der Fall ist. Außerdem wird auf der Insel wohl der benötigte Strom selbst produziert und teilweise sogar noch zu den Nachbarn exportiert, keine schlechte Situation.
Da wir die Auffahrt bei Thomsens nicht länger blockieren wollten, mussten wir uns entscheiden, entweder den Stellplatz direkt am Wasser naturnah zu nehmen, oder alternativ in Bagenkop am Hafen. Wegen der Entsorgungsmöglichkeiten haben wir uns für den Hafenplatz entschieden, immerhin fast unüberbrückbare 100 Meter vom Wasser entfernt.


Martina musste einige Runden auf dem leeren Parkplatz drehen, bis die optimale Aussicht mit möglichst viel Meerblick gefunden war. Ein bisschen wie die Hunde mit ihren Kuscheldecken.
Es war am Hafen schon ziemlich ruhig und abends waren wir die einzigen auf dem Stellplatz. Auch der Strand war so ziemlich menschenleer, bis auf einen abgehärteten Schwimmer.
Ticket zum Übernachten gab es am Automaten, so was wie einen Hafenmeister habe ich nicht gesichtet.

03.10.2023
Wetter: Die roten Wind-Tüten sind jetzt an, ein ganz schönes Gebläse unter tiefen Wolken, wir vermuten Stratocumulus, aus denen es gelegentlich tröpfelt.

Stellplatz: Wir haben beschlossen am Hafen Bagenkop zu bleiben

Der Tag wurde von bewegten Elementen bestimmt – der Westwind hat ab Mittag mit durchschnittlich 50 km/h gepustet und schöne weiße Wellen produziert, die fröhlich über die Mole gehüpft sind.

Da wir immer noch allein auf dem Parkplatz waren, hat Tinje das Auto noch schöner geparkt – schräg über zwei der aufgemalten Plätze – so dass wir auch aus dem Bett Meerblick hatten.

Wir haben festgestellt, dass sich die Einkaufmöglichkeiten zu dieser Zeit in Bagenkop in einem Hafenkiosk, einem Dagli Brugsen, einer Tankstelle und einem sehr sympathischen Alles-Laden erschöpfen. In dem letzteren sind wir aber länger geblieben und haben einige schöne Mitbringsel gefunden und nebenbei Klönschnack mit der Besitzerin gehalten. Martina hat sich gleich mal Kontakte zu dänischen Klamotten geben lassen. Und der Zen hat eine schicke Mütze abgestaubt.


Nachmittags kam noch ein Maddien zum Kaffee, ein bisschen wie früher, nur eben nicht in Tangstedt.
Der Spaziergang am Strand und durch den Hafen war angesichts der Windgeschwindigkeit sehr erfrischend, Snorres Ohren standen gerade im Wind, aber die Hunde scheinen das zu genießen. Kurz nach dem Dunkelwerden ist uns eine Sicherung durchgebrannt und es funktionierte nur noch die Hälfte der Aufbauelektrik. Ich habe die dann mangels Tageslicht mit Taschenlampe im Mund ersetzt, und nach dem zweiten Versuch war alles wieder hergestellt. Eine Minute später fing es an, waagerecht zu Regnen, inklusive Blitz und Donner. Gutes Timing.

04.10.2023
Wetter: Immer noch viel Wind und bewölkt. Richtig kalt wird es aber immer noch nicht.
Stellplatz: Bukkemose Garnhus. Privater Platz mit Slipanlage, ohne Ver- oder Entsorgungsmöglichkeiten, aber direkt am Wasser.

Wir haben uns vom schönen Platz in Bagenkop verabschiedet und sind ein paar Kilometer weiter in die Pampa gezogen. Auch auf dem privaten Platz am Bukkemose Garnhus, einer alten Fischerhütte waren wir allein. Der Platz wird wegen Slipanlage sonst nur von Anglern aus aller Welt benutzt. Es stehen auch alle 100 m welche im Wasser, scheint ein guter Fischplatz zu sein.
Wir konnten den Langlandsbelt in voller Breite aus dem Womi überblicken und haben den regen Schiffsverkehr überwacht.

Es hat etwas gedauert, bis wir unsere Parkgebühr losgeworden sind, aber beim dritten Versuch konnten wir jemanden rausklingeln. Die Besitzer sind sehr freundlich, wie eigentlich alle Leute, mit denen wir hier gesprochen haben. In der Nacht hat das Wetter wieder alles gegeben und es war teilweise ziemlich laut im Womi. Ein bisschen geschlafen haben wir in den Pausen aber trotzdem.

05.10.2023
Wetter: Der Wind bleibt uns erhalten, aber dafür scheint die Sonne vom wolkenlosen Himmel
Stellplatz: Rudkobing Marina. Stellplatz direkt am Hafen mit allem drum und dran für 180 DKr

Der Sonnenaufgang über Lolland – aus der Koje beobachtet – hat uns für die laute Nacht entschädigt. Leider waren unsere Bordbatterien schon wieder leer, so dass wir den Jockel anwerfen mussten, um etwas Strom für die Heizung und den Wasserhahn zu haben. Nach einem herrlichen Morgenspaziergang direkt an der Küste und einem ebenso herrlichen Frühstück haben wir beschlossen, schon mal ein kleines Stück Richtung Heimat zu schnubbeln und sind den Womo-Platz an der Marina Rudköbing kurz vor der Langelandsbroen angefahren.


Wir haben wie immer den besten Platz mit Meerblick bekommen, dafür sorgt der Fahrerin. Nachdem Erkunden der Platztechnik haben wir einen Bummel durch die Stadt gemacht und sind durch sehr schöne, bunte historische Gassen gewandelt.

Es gibt in der Stadt einige einladende Geschäfte, aber auch viele Häuser, die mal einen Eimer Farbe gebrauchen könnten. Der Blick auf die Marina hat uns am Abend noch etwas Hafen-Kino beschert, die beiden Skipper, die da reingeblasen wurden, hatten das Ruder gut im Griff. Ich konnte aber feststellen, dass die dänischen Klobürsten immer noch als Seezeichen verwendet werden. Die Dunkelheit wurde dann genutzt, um noch unauffällig zwei große Motorboote mit dem Trecker an Land zu ziehen, sah ein bisschen konspirativ aus.
Beim Gassigang am Abend konnten wir bei einem Blick in einen gut erleuchten Wintergarten die Dänen bei ihrer heimlichen Leidenschaft beobachten: Freestyle Schwoof.

06.10.2023
Wetter: Immer noch rote Tüte, teilweise Nieselregen, manchmal auch etwas mehr Niesel, immer noch ziemlich mild, 17 Grad oder so.

Stellplatz: Hafen von Aarösund, schöner Womo-Stellplatz am Yachthafen, Strom war da, Klo und Dusche in sauberem Zustand.

Wir haben beschlossen, heute weiter Richtung Heimat zu ziehen und haben uns einen Platz auf dem Weg gesucht. Ganz nach Hause wollten wir noch nicht, ist ja schließlich noch Urlaub.
Vorher haben wir noch einen Stadtbummel durch Rudköbing gemacht. Am zweiten Tag hat man immer schon das Gefühl, sich ganz gut auszukennen. Tinje hat eine Herrenbudike mit so einer Art Schlussverkauf gefunden, und der Zen hat wieder was abgestaubt. Lucky me. Nach einem ausgiebigen Frühstück – shoppen strengt an – sind noch Maddien und Maus zum Verabschieden gekommen. Die Fahrt war dann ziemlich entspannt, bis ein LKW meinte, uns anschieben zu müssen. Tinje war ihm wohl zu langsam, und leider war Überholverbot für LKWs, und so musste er sich auf Lichthupe und auf drei Meter auffahren beschränken – naja, es gibt auch solche Dänen, aber zum Glück nicht so viele.
Der Platz am Hafen hat uns dann entschädigt, aber diesmal waren tatsächlich noch mehr Womos da. Aber auch hier war alles lukket, auch das schöne alte Strandhotel. Immerhin gibt es ein Stück Strand zum Spazieren, und wir konnten im Arösund ein paar Schweinswale beobachten.

Sommerurlaub

06. 08.2023
Wetter: Durchwachsen mit Schauern, büschen frisch, wir warten auf das Sturmtief.
Start: zu Hause
Ziel: Stover Strand an der Elbe
Platz: Stover Strand
Hier ist alles gut organisiert, es gibt zwei Lokale, eins an Land neben der Rezeption und eins auf dem Wasser im Hausboot am Steg. Außerdem einen Supermarkt mit Brötchenservice und selbstgebackenem Kuchen. Die Versorgunslage ist also gut. Auf dem Womo-Platz vor dem Deich gibt Stromanschlüsse, hier und da einen Wasserhahn und zwei saubere Sanitär-Container, allerdings ohne Dusche. Dazu müsste man wohl auf den Hauptplatz, aber das haben wir nicht benutzt, also keine Bewertung

Jetzt startet der Sommerurlaub – am Wetter merkt man es noch nicht so direkt. Wir fahren am Sonntag los, erstmal weil noch dies und das zu tun war, ausserdem in der Hoffnung, dass sich heute einige Lücken auf dem Platz aufgetan haben. Wir machen die nächsten drei Wochen in Etappen Urlaub, Tinje hat für Dienstag und Mittwoch jemanden im Laden, also ergeben sich immer XXL-Wochenenden.
Meine Idee war, ein wenig über die Elbdeiche Richtung Geesthacht zu gondeln, und ich habe im Navi mal die Tatenberger Schleuse als Ziel eingegeben. Das hätte auch fast gut geklappt, wenn wir nicht eine Ausfahrt bei den Elbbrücken verpasst hätten. Danach war das Navi etwas unentschlossen und wir sind unter mehrmaligen Aufforderungen zum Wenden in einer mit Baustellen verseuchten Ecke der Hafecity (oder so) gelandet. Dann haben wir uns mit Frau Google doch auf eine neue Strecke einigen können, die aber an einer Stelle mit maximaler Durchfahrtsbreite von 2m endete, albern. Ich wette, diese Stelle kennt ausser uns niemand.
Nach ein paar ausgiebigen Schleifen auf der Autobahn (noch eine Ausfahrt verpasst), haben wir den Elbdeich erreicht und Tinje ist da schön langgeeiert.
Zwischdurch war eine Pinkelpause inkl. Eis von der Tanke notwendig. Beim Blättern in den Google-Maps habe ich die Elbefähre am Zollenspieker entdeckt. Mit der wollten wir mal versuchen überzusetzen und haben uns in die Schlange – mit uns zwei Autos – eingereiht. Nach Ankunft der Fähre kam der Fährmann zu uns, zum Kassieren, wie ich dachte. Aber er informierte uns, dass wir wohl zu lang wären und beim Rauf- aber spätestens beim Runterfahren hinten aufsetzen und uns einiges kaputt machen würden. Das klang überzeugend und wir haben die Schleusenbrücke bei Geesthacht genommen.
Dieses Bauwerk und die aufgewühlte Elbe neben dem Schleusenkanal sind auch ziemlich beeindruckend. Auf dem Womo-Platz war noch einiges frei und wir standen in zweiten Reihe, auch mit etwas „Seeblick“. Es gab noch einen abendlichen Deichspaziergang und herrlichen Salat von Tinje. Damit waren die Nerven des Navigators wieder im Gleichgewicht.

07.08.2023
Wetter: Nicht wirklich Sommer und das Sturmtief ist da

Nach dem Gassigang heute morgen, wollten wir eigentlich frühstücken und weiterfahren, als sich schicksalhaft eine Lücke vor uns auftat: Ein Stellplatz direkt am Wasser, oder am Strand, wie die Eingeborenen vielleicht sagen würden. Schönstehen, extra für Tinje!
Wir haben schnell den Platz gewechselt und einen Tag verlängert, das muss man auskosten. Wir schauen auf die aufgewühlte Elbe mit mächtig Wellengang und Schaumkronen, Sturmtief eben. Ich vermute, dass wir heute Abend in den Schlaf gewackelt werden.

Juhuu, erste Reihe, Nase im Wind

Bei Ebbe gibt der Fluss auch mal ein Herz frei

Bei einer kleinen Shoppingtour zum Campingmarkt sind uns ein paar leckere Kuchenstücke zugelaufen. Der Plan, die draußen zu verspeisen war allerdings gewagt, es bestand akute Gefahr, dass der Kuchen vom Teller geblasen wird.
Am Abend hat uns die Elbe dann mit nassen Füssen gedroht, weil die Sturmflut das Wasser bis kurz unter die Rasenkante gedrückt hat.
Höchststand war gegen 22:00 Uhr und es liefen einige nervöse Mitcamper mit Taschenlampen an der Wasserkante Patrouille, um die Situation zu beobachten. Etwas später gab es dann aber Entwarnung. Viel hätte aber nicht mehr kommen dürfen, und immerhin fehlte am nächsten Morgen ein Stück vom „Steilufer“.

Ebbe
Flut

Ein Bisschen wurde vom Land abgeknabbert

08.08.2023
Wetter: Das Sturmtief hat sich verzogen und der Wasserstand wieder normalisiert. Ist noch ein bisschen frisch und wolkig mit Sonnenlücken
Start: Stover Strand
Ziel: Dömitz
Platz: Wohnmobilplatz am Dömitzer Hafen. Schöne Plätze direkt am Wasser an der Elde mit Stromversorgung. Man bezahlt nur 19 € für den Platz, ich glaube da war alles drin. Sanitäranlagen haben wir nicht benutzt. Der Platz gehört mit zu dem Hotel, in dem man wohl recht gut speisen kann. Für weitere Verpflegung muss man etwas in die Stand gehen, aber die ist ja nicht so groß.

Gegen Mittag, also gleich nach dem Frühstück, sind wir dann Richtung Dömitz aufgebrochen, weil der Platz bis 13:00 geräumt sein musste. Es ging über Geesthacht und über die Bundesstraßen durch viele kleine Dörfer, die nach unserem Empfinden alle menschenleer waren. Es sieht alles sehr schön und gepflegt aus, aber es ist niemand auf der Straße oder wenigstens im Garten, sehr geheimnisvoll. Einige Theorien waren, entweder sind die alle sehr fleißig und irgendwo bei der Arbeit, es gibt eine neue Pandemie (nicht mitbekommen) oder wir waren vielleicht in einem Steven-King-Film.
Eine Baustelle für Baumpflege mit lebendigen Arbeitern holte uns dann wieder in die Wirklichkeit zurück, und etwas später direkt in Dömitz war es dann wieder etwas belebter.
Da ich ich die Örtlichkeiten schon kannte, sind wir wir nicht! an der Stellplatz-Einfahrt vorbei gefahren, sondern haben uns direkt den besten Platz am Wasser geschnappt. Etwas später haben wir gesehen, dass auf verschiedenen Plätzen etwas mitgenommene, kaum zu erkennende Zettel mit Reservierungen hingen, so auch bei uns, aber die Dame an der Rezeption meinte, unser Platz (24 = Weihnachtsplatz) wäre frei.
Wir sind auf dem Weg zur Anmeldung – es ist die gleiche wie für’s Hotel – nochmal auf dem alten Bahndamm entlang gegangen, um vielleicht einen noch schöneren Platz zu finden, und stießen zu unserem Schreck auf das verkohlte Skelett eines Womos, das wohl einen Tag vorher abgebrannt war. Kein schöner Anblick, der ist uns ganz schön auf den Magen geschlagen. Zum Glück ist niemand physikalisch zu Schaden gekommen, aber die Bewohner sind wohl mit Schock ins Krankenhaus gekommen. Das muss man wirklich nicht haben.
Als wir uns dann eingerichtet hatten, sind einige Gewitterzellen über uns hinweg gezogen. Es gab teilweise gar nicht so kleine Hagelkörner, was im Womi einen Heidenlärm verursacht hat. Carlsson hat sich ins Fahrerhaus verkrochen, und als ich mal hinterher bin, habe ich festgestellt, dass es hier viel leiser ist, weil der Alkoven alles abfängt. Schlauer Hund!

Da kommt das Wetter
Wieder alles friedlich, die Sonne tanzt auf dem Brückenbogen

Nachdem das Wetter bei uns abgezogen war, sind wir auf dem Elbdeich Gassi gegangen und haben die Blitze in den entfernten Wolkenhaufen gezählt, also als Wettbewerb. Bei diesem härtesten aller Spiele kann einen ein Blinzeln schon zum Looser machen.

09.08.2023