06. 08.2023
Wetter: Durchwachsen mit Schauern, büschen frisch, wir warten auf das Sturmtief.
Start: zu Hause
Ziel: Stover Strand an der Elbe
Platz: Stover Strand
Hier ist alles gut organisiert, es gibt zwei Lokale, eins an Land neben der Rezeption und eins auf dem Wasser im Hausboot am Steg. Außerdem einen Supermarkt mit Brötchenservice und selbstgebackenem Kuchen. Die Versorgunslage ist also gut. Auf dem Womo-Platz vor dem Deich gibt Stromanschlüsse, hier und da einen Wasserhahn und zwei saubere Sanitär-Container, allerdings ohne Dusche. Dazu müsste man wohl auf den Hauptplatz, aber das haben wir nicht benutzt, also keine Bewertung
Jetzt startet der Sommerurlaub – am Wetter merkt man es noch nicht so direkt. Wir fahren am Sonntag los, erstmal weil noch dies und das zu tun war, ausserdem in der Hoffnung, dass sich heute einige Lücken auf dem Platz aufgetan haben. Wir machen die nächsten drei Wochen in Etappen Urlaub, Tinje hat für Dienstag und Mittwoch jemanden im Laden, also ergeben sich immer XXL-Wochenenden.
Meine Idee war, ein wenig über die Elbdeiche Richtung Geesthacht zu gondeln, und ich habe im Navi mal die Tatenberger Schleuse als Ziel eingegeben. Das hätte auch fast gut geklappt, wenn wir nicht eine Ausfahrt bei den Elbbrücken verpasst hätten. Danach war das Navi etwas unentschlossen und wir sind unter mehrmaligen Aufforderungen zum Wenden in einer mit Baustellen verseuchten Ecke der Hafecity (oder so) gelandet. Dann haben wir uns mit Frau Google doch auf eine neue Strecke einigen können, die aber an einer Stelle mit maximaler Durchfahrtsbreite von 2m endete, albern. Ich wette, diese Stelle kennt ausser uns niemand.
Nach ein paar ausgiebigen Schleifen auf der Autobahn (noch eine Ausfahrt verpasst), haben wir den Elbdeich erreicht und Tinje ist da schön langgeeiert.
Zwischdurch war eine Pinkelpause inkl. Eis von der Tanke notwendig. Beim Blättern in den Google-Maps habe ich die Elbefähre am Zollenspieker entdeckt. Mit der wollten wir mal versuchen überzusetzen und haben uns in die Schlange – mit uns zwei Autos – eingereiht. Nach Ankunft der Fähre kam der Fährmann zu uns, zum Kassieren, wie ich dachte. Aber er informierte uns, dass wir wohl zu lang wären und beim Rauf- aber spätestens beim Runterfahren hinten aufsetzen und uns einiges kaputt machen würden. Das klang überzeugend und wir haben die Schleusenbrücke bei Geesthacht genommen.
Dieses Bauwerk und die aufgewühlte Elbe neben dem Schleusenkanal sind auch ziemlich beeindruckend. Auf dem Womo-Platz war noch einiges frei und wir standen in zweiten Reihe, auch mit etwas „Seeblick“. Es gab noch einen abendlichen Deichspaziergang und herrlichen Salat von Tinje. Damit waren die Nerven des Navigators wieder im Gleichgewicht.

07.08.2023
Wetter: Nicht wirklich Sommer und das Sturmtief ist da
Nach dem Gassigang heute morgen, wollten wir eigentlich frühstücken und weiterfahren, als sich schicksalhaft eine Lücke vor uns auftat: Ein Stellplatz direkt am Wasser, oder am Strand, wie die Eingeborenen vielleicht sagen würden. Schönstehen, extra für Tinje!
Wir haben schnell den Platz gewechselt und einen Tag verlängert, das muss man auskosten. Wir schauen auf die aufgewühlte Elbe mit mächtig Wellengang und Schaumkronen, Sturmtief eben. Ich vermute, dass wir heute Abend in den Schlaf gewackelt werden.


Bei einer kleinen Shoppingtour zum Campingmarkt sind uns ein paar leckere Kuchenstücke zugelaufen. Der Plan, die draußen zu verspeisen war allerdings gewagt, es bestand akute Gefahr, dass der Kuchen vom Teller geblasen wird.
Am Abend hat uns die Elbe dann mit nassen Füssen gedroht, weil die Sturmflut das Wasser bis kurz unter die Rasenkante gedrückt hat.
Höchststand war gegen 22:00 Uhr und es liefen einige nervöse Mitcamper mit Taschenlampen an der Wasserkante Patrouille, um die Situation zu beobachten. Etwas später gab es dann aber Entwarnung. Viel hätte aber nicht mehr kommen dürfen, und immerhin fehlte am nächsten Morgen ein Stück vom „Steilufer“.



08.08.2023
Wetter: Das Sturmtief hat sich verzogen und der Wasserstand wieder normalisiert. Ist noch ein bisschen frisch und wolkig mit Sonnenlücken
Start: Stover Strand
Ziel: Dömitz
Platz: Wohnmobilplatz am Dömitzer Hafen. Schöne Plätze direkt am Wasser an der Elde mit Stromversorgung. Man bezahlt nur 19 € für den Platz, ich glaube da war alles drin. Sanitäranlagen haben wir nicht benutzt. Der Platz gehört mit zu dem Hotel, in dem man wohl recht gut speisen kann. Für weitere Verpflegung muss man etwas in die Stand gehen, aber die ist ja nicht so groß.
Gegen Mittag, also gleich nach dem Frühstück, sind wir dann Richtung Dömitz aufgebrochen, weil der Platz bis 13:00 geräumt sein musste. Es ging über Geesthacht und über die Bundesstraßen durch viele kleine Dörfer, die nach unserem Empfinden alle menschenleer waren. Es sieht alles sehr schön und gepflegt aus, aber es ist niemand auf der Straße oder wenigstens im Garten, sehr geheimnisvoll. Einige Theorien waren, entweder sind die alle sehr fleißig und irgendwo bei der Arbeit, es gibt eine neue Pandemie (nicht mitbekommen) oder wir waren vielleicht in einem Steven-King-Film.
Eine Baustelle für Baumpflege mit lebendigen Arbeitern holte uns dann wieder in die Wirklichkeit zurück, und etwas später direkt in Dömitz war es dann wieder etwas belebter.
Da ich ich die Örtlichkeiten schon kannte, sind wir wir nicht! an der Stellplatz-Einfahrt vorbei gefahren, sondern haben uns direkt den besten Platz am Wasser geschnappt. Etwas später haben wir gesehen, dass auf verschiedenen Plätzen etwas mitgenommene, kaum zu erkennende Zettel mit Reservierungen hingen, so auch bei uns, aber die Dame an der Rezeption meinte, unser Platz (24 = Weihnachtsplatz) wäre frei.
Wir sind auf dem Weg zur Anmeldung – es ist die gleiche wie für’s Hotel – nochmal auf dem alten Bahndamm entlang gegangen, um vielleicht einen noch schöneren Platz zu finden, und stießen zu unserem Schreck auf das verkohlte Skelett eines Womos, das wohl einen Tag vorher abgebrannt war. Kein schöner Anblick, der ist uns ganz schön auf den Magen geschlagen. Zum Glück ist niemand physikalisch zu Schaden gekommen, aber die Bewohner sind wohl mit Schock ins Krankenhaus gekommen. Das muss man wirklich nicht haben.
Als wir uns dann eingerichtet hatten, sind einige Gewitterzellen über uns hinweg gezogen. Es gab teilweise gar nicht so kleine Hagelkörner, was im Womi einen Heidenlärm verursacht hat. Carlsson hat sich ins Fahrerhaus verkrochen, und als ich mal hinterher bin, habe ich festgestellt, dass es hier viel leiser ist, weil der Alkoven alles abfängt. Schlauer Hund!


Nachdem das Wetter bei uns abgezogen war, sind wir auf dem Elbdeich Gassi gegangen und haben die Blitze in den entfernten Wolkenhaufen gezählt, also als Wettbewerb. Bei diesem härtesten aller Spiele kann einen ein Blinzeln schon zum Looser machen.
09.08.2023
