Sommerferien, Teil 2

28.08.2025
Himmel ist bedeckt, später sogar sonnig, noch später heftig Gewitter. Immer noch T-Shirt Temperatur

Nach ein wenig hin und her bei der Planung bin ich nachmittags noch Richtung Lübeck gefahren. Tinje war bei wegen der Mama-Aufsicht leider nicht abkömmlich und Carlsson musste ja auf Tinje aufpassen.
Ich hatte vorher bei meinem alten (darf ich sagen, sind wir inzwischen alle) Klassenkameraden aus der Realschule angerufen und wir habe uns locker verabredet.
Der Plan war, auf dem Parkplatz an der Kanalstrasse zu übernachten, was die letzten Male in Lübeck immer gut funktioniert hat. Leider hat sich diese Möglichkeit wohl in der Szene herumgesprochen und der Platz war folglich mit Womos gut ausgelastet.
Eine Lücke habe ich dann doch erspäht, leider etwas weiter abgelegen.

War aber alles gut und ich war pünktlich zum Feierabend – nicht ganz wie geplant – beim Reisebüro Mahnoli.
Nach kurzem Plausch bin ich dem Vorschlag meines local Guide gefolgt, und wir haben die beste Pizzeria der Stadt (Ecco) aufzugesucht.
Das war wirklich ein gelungener Abend, von der Location, von den Gesprächen, den Eindrücken und dem Gefühl, die alte Heimat wieder zu entdecken.
Die Übernachtung war dann dank etwas Schlummifix (Primitivo, Sambuca) kein Problem.

29.08.2025
Immer noch angenehm warm, etwas verhangen, später noch sonnig, wenig Wind

Ein erster Blick aus dem Fenster hat gezeigt, dass viele Camper anscheinend früh aufstehen und weiterziehen – es war entschieden mehr Platz auf dem Platz.

Bei einem kurzen Gang in die Stadt hat sich meine Hoffnung auf den kurzen Weg zu einem Bäckers schnell erfüllt. Ein petit dejeuner mit Bio-Brötchen, und danach zur Fortsetzung der Gespräche über die guten alten Zeiten und das Universum an sich wieder ins Reisebüro. Die Einladung auf einen guten Büro-Kaffee konnte ich natürlich nicht ausschlagen.
Die Wege in Lübeck waren auch immer Spaziergänge und kleine Entdeckungsreisen. Es gibt hier zum Glück noch viele interessante Geschäfte und anscheinend Leute mit Ideen.
Gegen Mittag musste ich mich dann verabschieden und Joris am Bahnhof abholen.
Der eigentliche Grund für den Ausflug war ja die Erweiterung und Festigung der Segelkenntnisse, sprich: wir wollten uns einen Cat ausleihen und zum ersten Mal ohne Aufsicht segeln.
Joris ist ja mit dem Deutschland-Ticket ausgerüstet, so war die kurze Anreise kein Problem. Das Aufgabeln am Taxi-Stand des Lübecker Bahnhofs war etwas drängelig, aber es gab keine Blessuren.
In Pelzerhaken angekommen, sah es für mich zuerst etwas spannend aus, da schon zwei Womos an der Strasse vor der Schranke standen. Aber meine Befürchtungen waren wieder einmal völlig unberechtigt, da „unser“ Platz auf uns gewartet hat, natürlich.


Des Rest des Tages war dem süssen Nichtstun gewidmet, wenn man einen kleinen Einkauf und einen Strandspaziergang hier mit einbeziehen möchte.
Die Belohnung für die Mühen des Tages waren Burger und Fischbrötchen bei Düne 56, eine der wenigen Lokalitäten, bei der sich die Preise anscheinend in letzter Zeit nicht verdoppelt haben.

30.08.2025
Erst etwas bewölkt oder hochnebelig, pünktlich zum Frühstück dann Sonne, später wechselnd wolkig mit 3 Regentropfen. Zum Glück etwas Wind zum Segeln.

Die Sonne hat nach draußen zum Frühstück gelockt. Ich musste mich noch etwas überzeugen, dass es Sinn macht, auch für zwei Mal schlafen, die Gartenstühle rauszuholen. Man muss ja ehrlicherweise zugeben, dass man ansonsten nicht wirklich viel zu tun hat. Irgendwann ließ sich dann auch Joris rauslocken.


Nach dem Frühstück haben wir uns beim Nahkauf noch mit ein paar Zutaten fürs Grillen eingedeckt.
Weil ein Hauch von Wind zu spüren war, zog es uns dann bald zur Segelschule um mal die Catamaran-Verfügbarkeit zu checken.
Es gab das OK von Jule und der Wind erschien uns auch ausreichend. Wir haben uns in die Neos geworfen, bezahlt und den Cat zum Wasser geschoben.
Unser Fachwissen war noch präsent, so dass wir gut rausgekommen sind, wie immer bis hinter die Sandbank ohne Ruder.
Und siehe da, es gab über längere Strecken richtig netten Wind und der Cat hat gesummt.
Und so sind wir in der Neustädter Bucht hin und her gesegelt, fast bis zum Hansa-Park, abwechselnd an Ruder oder Vorschot, und weiter hin und wieder her, haben das Ganze sehr genossen, und als wir wieder angelandet waren, hatten wir über vier Stunden mit dieser sehr sinnvollen Tätigkeit verbracht. Frei nach Loriot: Segler werden ja immer gebraucht.
Wir haben noch einen freundlichen Menschen überreden können, den Cat wieder mit auf die Wiese zu ziehen.
Nach dieser anregenden körperlichen Tätigkeit hatten wir uns den Grill verdient.
Seltsamerweise waren ausgerechnet Joris Stücke immer schwarz, wahrscheinlich, weil er am besten polken kann.
Ich hoffe, ich kann mich mit der Zeit doch noch mit dem Gasgrill anfreunden.
Heute ist tatsächlich ein Abend an dem auch die Zirpen grillen und man noch ein wenig draußen sitzen kann, eine Behandlung mit Antibrumm vorausgesetzt.

31.080.2025
Das Wetter hat sich gehalten, immer noch sonnig und ein laues Lüftchen.

Nach einem Kurzbesuch am morgendlichen Strand war die erste Amtshandlung des Tages Anstehen beim Bäcker. Die Schlange sah mit gefühlt 20 Leuten nach etwas Zeitvertreib aus, aber die Damen haben das sehr freundlich, zügig und routiniert abgearbeitet.
Mein Körper hat am Morgen doch nicht so sehr gegen die ziemlich nasse Seereise vom Vortag protestiert, wie ich erwartet hatte.
Es ließ sich alles noch ziemlich gut bewegen, so dass wir uns Mittags tatsächlich noch ein Surfboard geschnappt haben, aber für mehr als ein bisschen Rumprobieren hat der Wind leider nicht gereicht.
Die Zeit bis zur Abfahrt haben wir zum Trocknen der Neos und für einige Aufräumarbeiten genutzt. Wir sind ziemlich rechtzeitig losgefahren, und das war auch gut so.
An der Entsorgungsstation hatten wir noch zwei Womos vor uns, wobei die Kollegen sich alle Zeit der Welt genommen haben. Die waren sehr nett und freundlich und haben sich am Ende auch für unsere Geduld bedankt, aber das Auschecken hat uns locker eine dreiviertel Stunde gekostet. Habe ich so auch noch nicht erlebt. Immerhin waren wir noch rechtzeitig vom Platz und mussten nichts nachzahlen.

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