Tinjes Geburtstag

27.09.
Wetter: Windig, frisch
Kilometer: 100
Stellplatz: St. Peter Ording, Ortsteil Ording, am Strand .

Alles eingepackt und wichtig: Geschenke im Womi versteckt! Wir wollten wegen Snorres Beschwerden unterwegs noch einen Tierarzt in Krempe konsultieren, weil das sozusagen auf dem Weg Richtung Nordsee lag. Weitere Reisepläne gab es noch nicht. Also fuhren wir so gegen Mittag los, um die Öffnungszeit nicht zu verpassen. Krempe ist ein nettes Städtchen mit netten alten Häusern und netten kleinen Straßen, die einem mit dem Womi gelegentlich ziemlich eng vorkommen. Außerdem sind die Hausnummern nicht immer auf der Seite, die man vermuten würde (auch das Navi war verwirrt). Da aber Krempe recht übersichtlich ist, haben wir den Tierarzt doch schnell gefunden. Die Untersuchung zog sich ein wenig und es gab eine weniger gute Nachricht: Es wurde ein Tumor an den „Klüten“ festgestellt. Sollte sich aber durch Entfernung derselben gut behandeln lassen. Und da es noch Blutuntersuchungen gab, fuhren wir schon mal weiter, und es wurde ein späterer Anruf über die Ergebnisse vereinbart. Dieser erfolgte dann aber recht schnell (kurz hinterm Ortsausgang) und warf dann erst mal unsere Urlaubspläne und einiges andere über den Haufen. Der Arzt äußerte ziemlich überzeugt einen Verdacht auf eine Tumorerkrankung an der Leber und empfahl uns dringend ein Röntgen- und Ultraschall-Untersuchung. Die Stimmung war natürlich im Keller und wir beschlossen erst mal nach St. Peter zu fahren, und nach dem Wochenende so schnell wie möglich einen Termin in der Tierklinik zu bekommen.
Nach guter alter Sitte fuhren wir erst mal auf den Strand, ließen uns ein wenig vom lebhaften Lüftchen durchpusten.

Gegen Abend fiel dann nach eingehender Beobachtung der anderen Camper die Entscheidung, einfach mal wieder stehen zu bleiben. Am Ende waren wir nicht ganz allein, aber fast, und konnten eine geräuschvolle Nacht genießen. Die Nordseewellen hören sich nachts noch dichter an, aber bis zum Morgen blieb das Wasser im Prinzip an der gewohnten Stelle.

28.09.
Wetter: sehr windig, frisch und teilweise nass
Kilometer: 0
Stellplatz: St. Peter Ording, Ortsteil Ording, am Strand .

Morgens kam dann der Billet-Abreißer für den Strand, kassierte die Gebühren und wies uns darauf hin, dass das Wasser bei der nächsten Flut durchaus etwas dichter kommen würde, denn Wind hatte noch etwas zugelegt. Später beschlossen wir diesem Hinweis nachzugeben, und zu einem höher gelegenen Strandabschnitt zu wechseln.
Aber erstmal Geschenke auspacken. Das neue Dienstfahrrad (überwiegend gelb) war vorläufig nur in Form eines bedruckten T-Shirts mitgekommen, aber trotzdem schon mal cool anzusehen. Leider konnten die schönen Sachen natürlich nicht die Traurigkeit und Ungewissheit über Snorres Zustand verdrängen.
Der Strand füllte sich angesichts der Wetterbedingungen schnell mit Kite-Surfern und bis zum Mittag war es ein ziemlich buntes Gewimmel in der Luft über der Wasserkante.
Gegen Abend wurden die Schauer mehr und der Wind nicht weniger und so war unsere Nacht, die wir nach Risikoanalyse wieder am Strand verbrachten, noch lauter als die zuvor. Zwischendurch war es ein bisschen wie im Car-Wash und damit auch ein guter Dichtigkeitstest für den PIEP. Wir versuchten noch, Wolkenlücken auf dem Regenradar für einen Gassigang zu entdecken, aber das Wetter war einfach zu schnell, da konnte App nicht mithalten.

29.09.
Wetter: immer noch sehr windig, frisch und sehr viel nass
Kilometer: ca. 10
Stellplatz: St. Peter Ording, Ortsteil Dorf, am Straßenrand.

Alles um uns herum war nass und aufgeweicht – es hatte ordentlich geschüttet in der Nacht. Aber zum Glück gibt es am Strand ja nur sauberen Schmutz.

Eine undichte Stelle entdeckten wir dann doch am Wohnzimmerfenster, bei der ein paar Tropfen den Weg nach innen gefunden hatten. Da hatte der Vorbesitzer doch mehr verbogen, als auf den ersten Blick ersichtlich war. Es waren am Rahmen ein paar Dengel-Spuren als Reparaturversuch zu finden, was aber nicht sehr fachmännisch aussah. Wir beschlossen, das Fenster auszutauschen.
Eine größere Gruppe beinharter Sportler startete nebenan auf etwas trockenerem Untergrund Freiluft-Übungen mit Anschreien vom Coach – die Teinehmer fanden das auf jeden Fall gut und haben zurückgeschrien. Da das fast direkt vor unserem Fenster stattfand, hatten wir ein schönes Frühstücksfernsehen, fast wie damals Tele-Trimm-Dich im Dritten mit Rosi Mittermaier.

Die Vorhersage des Eingeborenen hatte sich bewahrheitet – die Flut hatte schon den halben Parkplatz vereinnahmt, so dass dieser auch von den Kitern genutzt werden konnte.

Wir hatten nach unserem Gefühl jetzt doch etwas zu dicht am Wasser gebaut, und wollten mal locker vom Strand rollen. Allerdings war das Regenwasser immer lustig um die Reifen gespült worden, und hatte diese etwas „tiefergelegt“. Ein erster Fluchtversuch zeigte uns, dass wir so nicht wegkamen und wir überlegten schon erste oder zweite Hilfe-Massnahmen. Da kam wie vom Himmel gesandt ein Gruppe junger und fitter Menschlein, die uns über die erste Hürde hinwegschoben und Tinje konnte sicheres Terrain ansteuern.
Da das mit der Suche nach Wolkenlücken immer noch nicht klappte, erwischte uns eine von den gaaanz dunklen Wolken beim Gassi und wir konnten alles bis zu den Schuheinlagen auswringen.

Unsere Klamottenauswahl werden wir nächstes Mal gewissenhafter treffen, frei nach Heinz Erhardt: Wir wollen dichter werden!
Die Nacht über haben wir dann einfach im Ort an der Strasse geparkt, da das Wetter sich zu einem richtigen Orkantief entwickeln sollte.

30.09.
Wetter: immer windiger, frisch und viel nass
Kilometer: 0
Stellplatz: St. Peter Ording, Ortsteil Dorf, am Straßenrand.

Das wichtigste am Montag war, so schnell wie möglich einen Termin in der Tierklinik zu bekommen. Das klappte glücklicherweise auch für den nächsten Tag, und so wollten wir diesen noch an der Nordsee bleiben.
Wir stellten uns auf einem Parkplatz direkt hinterm Deich aber noch vor den Dünen. Weiterhin versuchten wir die Lücken zwischen den Regenwolken zu nutzen, was aber schwierig gestaltete, weil das Wetter einfach schneller war als wir.
Zur Freude aller wurde es am Nachmittag trockener, und der Wind formte übermütig die Gräser neben dem Parkplatz fast wie die Meeresoberfläche. Vielleicht ist er in dieser Hinsicht auch ein bisschen festgelegt.

Den Standplatz nutzten wir auch zum Übernachten und es hat sich zum Glück niemand dran gestört.

31.09.
Wetter: immer noch wind, frisch und nur noch ein bisschen nass
Kilometer: ca. 100
Stellplatz: Tangstedt, Auffahrt

Am Morgen haben wir dann in aller Frühe in vorauseilendem Gehorsam schnell einen Parkschein gelöst.
Unsere Gassiwege führten uns jetzt mehr neben und auf dem Deich entlang, und ein Blick über die Dünen zeigte uns einen fast komplett überfluteten Strand von St. Peter, den die Surfer voll nutzen konnten.

Wir sind dann gegen Mittag mit Fischbrötchen und bangen Erwartungen im Bauch Richtung Heimat gefahren.
Der Besuch in der Tierklinik war zunächst mal von Wartezeit geprägt, aber dann gab es am Ende die gute Nachricht: Es konnten keine krankhaften Dinge (außer den bereits bekannten) in dem kleinen Hund gefunden werden, und uns fielen ein paar Findlinge von der Seele. Den Urlaub haben wir dann aber zu Hause fortgesetzt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert