Herbst

02. 10.2024
Wetter: Entwickelt sich nach einem Tag Dauerregen positiv.

Erstes Ziel ist dieses Mal ganz grob die Ostsee, nicht Büsum!
Nach spontanem Hin- und auch Herüberlegen sollte das Ziel Kappeln an der Schlei sein. Aus geheimnisvollen Gründen durfte ich heute fahren. Der Navigoogle hat uns über die Landstraße entspannt hingeführt.
Die Zufahrt über die Hafenstrasse wirkt erstmal so, als wenn man dort gar nicht fahren dürfte, aber es scheint einfach nur eine gelungene verkehrsberuhigte Zone zu sein. Es gibt auch noch eine andere Zufahrt, die ab 18 Uhr genutzt werden muss, weil der Hafenmeister dann das Tor schließt. Der Stellplatz ist gut ausgeschildert, man findet alles sofort, nur nicht unbedingt einen Stellplatz. Tinje hat – natürlich – die passende Lücke gesehen, aber wir hätten dann gesagt, dass der Platz voll ist.

Da war es noch „leer“

Es hub aber mit fortschreitender Uhrzeit ein wildes Rangieren an, alles zwischen den aufgepallten Yachten, und es wurden noch einige Stellplätze einfach mal zu solchen erklärt. Ist hier aber anscheinend in Ordnung, weil es keine Markierungen gibt.

Wir konnten nach dem Abendbrot noch einen Krimi auf dem Tablet schauen – Technik sei Dank. Ist schon doll, dieses neumodische Internetz. Die Nacht war fast ruhig, es gab für Tinje nur eine Snorre-Unterbrechung. Der kleine Mann hat zunehmend Probleme mit Kiesflächen, und leider sind die als Womo-Untergrund sehr beliebt. Das stellt man besonders dann fest, wenn man das Hündelein drüber tragen muss.

Stellplatz: Der Platz bei Ancker-Yachtig am Nordhafen ist ziemlich groß und anscheinend oft ziemlich voll. Geparkt wird hier wo gerade Platz ist. Für die Ver- und Entsorgung ist alles vorhanden, Sanitäreinrichtung ist ziemlich neu aber auf Grund der Menge Camper ist die Toilette anscheinend auch schnell „benutzt“. Die Versorgungslage ist durch haufenweise Fisch- und Pizzarestaurents und dänischen Softeisbuden am Hafen, und Penny und Edeka fast um die Ecke optimal.

03. 10.2024
Wetter: Nach einem bewölkt Morgen hat uns die Sonne später noch schön gewärmt.

Der Feiertagswahnsinn ist hier deutlich zu spüren. Die Hälfte aller in Deutschland zugelassen Wohnmobile versucht hier einen Platz zu finden, das Rangieren ebbt nicht ab. Ich kann mich nicht erinnern, schon mal auf einem so unruhigen Platz gestanden zu haben. Als Krönung hat der Womo-Nachbar sein Schlauchboot mit dem Kompressor in unterschiedlichen Tonarten aufgepumpt. Erholt euch, hieß es!
Als Ausgleich gab es einen netten Plausch mit den Nachbarn vom Segelboot, neben dem wir eingeparkt hatten. Hat sich so entwickelt, weil Tinje gefragt hat, ob die an ihr Boot oder den daneben geparkten Anhänger müssen, war aber alles entspannt. Ich durfte später auch mal kurz mit der Leiter an Bord, ein bisschen Bootsluft schnuppern, aber leider nur an Land. Nach der Siesta sind wir dann zum Stadtbummel aufgebrochen, vorsichtshalber mit Snorres Wägelchen. Kappeln hat durch den Fischerei-Hafen mit den Restaurants und der Fußgängerzone, die sich durch die hübsche Altstadt zieht, eine sehr einnehmende Atmosphäre.


Uns hat noch ein kleiner Laden mit Fischbrötchen aufgelauert, und wir konnten das Angebot natürlich nicht ablehnen. Das Softeis hatten wir uns für den Rückweg aufgespart, und siehe da, die Nachbarn vom Boot hatten dieselbe Idee. So hatten wir auf dem Rückweg einen sehr sympathischen Softeisplausch, wobei wir das Eis sogar noch spendiert bekamen. Nach der Verköstigung der Fischbrötchen zu Hause und der dazugehörigen Ruhephase haben wir den Uferweg in der anderen Richtung erkundet und sind schließlich auf dem Werftgelände von Hennigsen und Steckmest mit den wunderbaren Scalar-Yachten gelandet. Hier stehen sowohl nagelneue Luxussegler als auch vergessene oder abgeliebte Wracks, ein Anblick, der immer etwas traurig stimmt.

Das Tageslicht nahm dann seine Auszeit und nach unserer Crime Time konnten wir bei der letzten Pinkelrunde einen tollen Sternenhimmel ohne den Lichtdom von Hamburg bewundern (leider kein Foto).

04. 10. 2024
Wetter: Meint es immer noch sehr gut mit uns. Nachts ist zwar es zwar schon frisch, aber die Sonne scheint den ganzen Tag und hat gut Kraft. Der Wind ist – um das mal meteorologisch korrekt auszudrücken – nett!

Nach dem Morgencino habe ich mal die Sanitäranlagen getestet. Alles gut, Duschen 1 Euro. Auf dem Rückweg sah ich aus dem Augenwinkel, dass sich in der ersten Reihe am Wasser eine Lücke auftrat, informierte flugs meine Schönsteherin und wir zogen sehr spontan aus der Lücke am Boot zum Platz mit Seeblick um. Es kam Freude auf! Dies war auch die Entscheidungshilfe bei der Frage, ob wir weiterziehen und wohin. Gar nicht!

Den morgendlichen Gassigang haben wir bis zum Nahversorgungszentrum mit Bäcker und Edeka verlängert und ein paar kleine Lücken in unseren Vorräten gefüllt. Tinje ist im Laden verschwunden und die Hunde und ich haben das Treiben auf dem Parkplatz analysiert. Mir sind viele Menschen aufgefallen, die nicht gut zu Fuß waren, und es stellte sich die Frage, ob der Einkaufswagen für die Waren oder doch mehr zum Festhalten war. Jedenfalls haben wir damit einen weiteren Teil von Kappeln kennen gelernt und festgestellt, daß man hier definitiv nicht verhungert.

Das ist doch mal ein sprechender Name für einen Verein und dessen Sinn und Zweck. Wie schön!
Die Verkehrsinseln sehen schon ein bisschen dänisch aus

Heute konnte man neben den allgegenwärtigen Rangiergeräuschen auch den typischen Sound eines Winterlagers mit Dengeln und Schleifen hören. Nachmittags sind wir von der anderen Seite in die Kappelner Innenstadt eingefallen, das Wetter hat uns einfach nach draußen gezogen. Da ist er, der goldene Oktober. Und gut, dass wir das gemacht haben, sonst hätte Tinje ihren bis jetzt schönsten Hut und den neuen Lieblingsladen in Kappeln verpasst. Mit Himalaya-Klamotten (oder so)! Es wurden gleich mal geschäftliche Kontakte geknüpft.
Die Gelatimaschine beim Eismann war leider überhitzt (achtung witzisch), deswegen gab es heute kein Softeis, sondern nur eine Limo. Auf dem Rückweg haben wir dann Snorres Segelboot gefunden. Unglaublich, der Kerl hat immer noch Geheimnisse vor uns.

Anstelle eines Cafés am Hafen haben wir die Badeplattform vor unserem Stellplatz zum Einnehmen des Nachmittags-Kuchens auserkoren. Wir hatten dort unbestreitbar den Platz an der Sonne und wunderbares Schlei-Kino mit Angelkähnen, Ruderbooten , Raddampfern und Yachten, mit und ohne Segel.

Bei der Abendrunde ist uns neben einigen Hundekollegen auch noch eine Yoga-Fee begegnet.

Vorbildlicher Baum

Tinje hat noch einen Salat kreiert mit allem, was so an Bord war. Der Tag hat damit einen würdigen Abschluss gefunden.

05. 10.2024
Wetter: Immer noch goldig.

Wir haben jetzt den ultimativen Guten-Morgen-Platz.

Das Frühstück wurde heute auf die Parkbank verlagert. Es gibt hier direkt vor unserer Nase ein paar kleine Anlagen mit Bänken und auch mit dem schon erwähnten Badesteg. Hier kann man auch kleine Boote ins Wasser bringen, Schlauchboote oder Kanus.

Wir haben später noch die Gartenstühle rausgeholt, aber das Probesitzen beim Womi hat ergeben, dass die Hecke zum Wasser doch etwas zu hoch ist und man nur die Mastspitzen sieht.
Jetzt am Wochenende ist hierauf dem Wasser richtig was los. Man merkt immer, wann die Schleibrücke geöffnet wurde. Dann schippert hier ein ganzer Pulk von Booten vorbei.
Am Nachmittag ging es noch mal in die Fussgängerzone. Snorre hat sich gut gehalten und sogar diverse Höhenmeter überwunden.

Zur Stadtsilhouette gehören aus einem bestimmten Blickwinkel auch die Kamine von Räucheröfen, das sagt schon etwas über die Geschichte und die lokale Wirtschaft.

Ein Ziel des Stadtbummels waren Tinjes letzte Verhandlungen im neuen Lieblingsladen (wirklich nur ganz kurz). Die Hunde und ich haben inzwischen einen Strandkorb zu unserer vorübergehen Aufbewahrung gefunden, sozusagen die Alternative zum Bällebad. So einen haben offenbar einige Geschäfte vor der Tür stehen, sehr freundlich!
Außerdem gab es den Softeisvergleich, diesmal bei mir mit Erdbeeresoße anstelle von Schokokrümeln. Als Gegenmaßnahme nochmal Fischbrötchen – lecker mit Sild – wieder auf dem Badesteg eingenommen.

Wir haben uns auf dem Badesteg mit Sitzunterlagen und Hundedecken gut eingerichtet, und den Wasserblick genossen, bis es dann doch zu frisch wurde.

06.10.2024
Wetter: Immer noch Sonne und ein laues Lüftchen

Abreisetag! Immer wenn man sich gerade etwas heimisch fühlt. Wir haben beide festgestellt, dass wir nicht so die dynamischen Durchreisenden sind. Wir brauchen gern mal ein paar Tage zu Ankommen und Kennenlernen, um ein Gefühl für die Umgebung und die Menschen zu bekommen. Nun sind wir aber ziemlich rechtzeitig aufgebrochen (Ticket ging bis 12:00 Uhr) und wollten mal probieren, noch schnell den südlichen Museumshafen mitzunehmen, und dort vielleicht ein Frühstücksplätzchen zu finden. War aber kein Platz zum Hinstellen für den „Kleinen“ auszumachen, und so haben wir das Frühstück weiter vertagt, bis zur nächsten schönen Stelle.
Wir haben uns noch in den Stau an der Schleibrücke gestellt – es wollten wieder ein paar Boote durch – und sind dann der Landstraße gefolgt.


Ein spontaner Abzweiger nach Neudorf im Nirgendwo hat uns dann doch noch einen schönen Platz für ein Päuschen am Bahnübergang beschert. Bis auf ein paar Lohnunternehmer, die hinter uns die Heu-Ernte durchgezogen haben, war es sehr friedlich. Dann war es ja auch nicht mehr weit bis nach Hause, weil wir uns ja auch nicht sehr weit weg gewagt hatten.

Sommerurlaub

21.08.2024
Wetter ist ganz gut zum Fahren, noch nicht überrieben sommerlich

Es ist mit den Plänen ja so eine Sache. Man muss schon welche machen, aber dann kommt einer und lacht dich aus und es kommt alles ganz anders. So geschehen vor unserem Sommerurlaub, der eigentlich Richtung Dänemark gehen sollte, Römö oder so. Aber erstens sprach die Wetter-App von einigen Regentagen und somit dagegen, und zweitens ergab es sich, dass es zur Behandlung unseres Hunde-Opas die beste Lösung war, direkt mal in den Harz zur Tierklinik zu fahren. Und deshalb war unsere erste Station Osterode.
Wir bekamen von den Klinikleuten den Tipp, dass man auf einem großen öffentlichen Parkplatz in der Stadt stehen könnte. Die Info war richtig gut, denn der Parkplatz war ziemlich leer, kostenlos und als alle Mopedfahrer schlafen gegangen waren und die Feuerwehr ihre Versammlung beendet hatte, sogar ziemlich ruhig. Für eine Nacht allerbest.

Eines der schönen Häuser in Osterode

Wir haben beim Gassi festgestellt, dass Carlsson einen ziemlichen Hang zur Feuerwehr hat. Er wollte da unbedingt rein. Vielleicht kleine Brandnester auspinkeln, oder so. Das hat sich auch am anderen Morgen bestätigt, da wollte er zur anderen Tür rein.

Direkt am Parkplatz beginnt der Harzer Hexenstieg – eine Einladung für Wanderer und Biker

22.08.2024
Das Wetter gibt sich alle Mühe Sommer zu werden, klappt schon ganz gut.

Unseren Termin am Morgen in der Klinik haben wir geschafft und Snorre wurde für seine Spezialbehandlung abgezapft. Wir konnten unser Womi direkt auf dem Parkplatz vor der Tür abstellen, die Klinikmitarbeiter waren sehr freundlich.
Danach sind wir nochmal zu unserem Übernachtungs-Parkplatz zurückgekehrt, weil wir uns die Stadt noch ansehen wollten und dort einen guten Ausgangspunkt mit viel Platz hatten. Keine Ahnung, ob das hier manchmal richtig voll ist, aber wir hatten jedenfalls Glück, und dass hier niemand Parkgebühren haben wollte, war gleichermaßen erfreulich wie ungewohnt.
Es galt vor dem Stadtbummel ja noch einen gewissen Geburtstag zu zelebrieren, und natürlich hat Tinje sich nicht lumpen lassen und das Womi mit Geschenken gespickt. Wieder mal ganz erstaunlich, was man da alles verstecken kann!

Gefeiert wurde außer dem Jubilar diese Mal die Zitrone (es muss natürlich ein Motto sein) in allen Vorkommensformen, manchmal auch nur als Farbe.
Für den Stadtrundgang bin ich dann schon mal in meine neuen zitronengelben Barfuß-Schuhe geglitten, die sich als äußerst angenehm erwiesen haben.
Der alte Stadtkern von Osterode ist teilweise ganz heimelig aber stellenweise auch ganz schön abgerockt mit viel Leerstand. Sieht nicht direkt nach Boomtown aus. Jedenfalls hat Snorre die Runde tapfer geschafft ohne sein Wägelchen zu benutzen und ich habe mir zwei Eiskugeln mit einigen Wespen geteilt.


Da der Tag schon fortgeschritten war, haben wir uns einen „richtigen“ Stellplatz in der Nähe gesucht, genau genommen nur zwei Kilometer entfernt am Campingplatz Eulenburg. Hier stellt sich von der Landschaft her schon schnell ein richtiges Harz-Gefühl ein.
Der Womo-Stellplatz ist hier vor dem Campingplatz auf einem Schotterplatz.
Theoretisch hätten wir wohl auch ein paar Meter weiter auf dem Rasen stehen können, aber das sollte nach Auskunft der Rezeption 10 Euro mehr kosten, etwas merkwürdig, die Dame am Tresen zuckte auch etwas ratlos mit den Schultern.
Wir haben uns als kulinarischen Höhepunkt die Spezialität des Hauses zum Abendbrot gegönnt: Wiener Schnitzel mit Pommes. Majo wurde bezahlt aber vergessen mitzuliefern.

23.08.2024
Das Wetter hat jetzt richtig auf Sommer umgestellt, viel Sonne, viel warm.

Der Platz auf dem Schotter war nicht ganz so heimelig, aber der Campingplatz hat uns auf den zweiten Blick doch so gut gefallen, dass wir einmal verlängert haben. Nach einigen verwirrenden Informationen habe ich den Ausguss fürs Klo gefunden – war dringlich – und dabei auch ein Schwimmbecken entdeckt. Bei angesagten 27 Grad wollte ich mir das für später notieren. Die Sanitäranlagen sind auch viel besser, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Als Nachmittagsgassi haben wir dann eine ausgewachsene „Bergwanderung“ unternommen, bestimmt 4 oder 5 Kilometer und 50 Höhenmeter. Bei der Wärme für Snorre eine beachtliche Leistung. Und wir Deppen hatten kein Wasser mitgenommen. Wir hofften nach jeder Wegbiegung irgendwie ans Wasser zu kommen – wir wandelten im Süsetal – aber das war nicht so einfach möglich. Das Wasserangeln aus der Süse per Einkaufstüte war nur mässig erfolgreich und hat die Hunde mehr verwirrt als den Durst gestillt.

Wasserfangen mit Einkaufstüte – netter Versuch

Den Rundgang zurück zum Platz haben wir dann im Snorre-Tempo geschafft. Das Eintunken ins Schwimmbecken danach war der perfekte Abschluss. Warum ich in dem tollen Pool bei dem Wetter fast allein war, hat sich mir nicht erschlossen, zumal es auf dem Campingplatz einiges an Urlaubern mit Zwergen-Anhang gab.

24.08.2024
Immer noch Sommer, es wird noch ein wenig wärmer.

Wir haben beschlossen, jetzt mal eine richtige Harz-Tour zu machen und sind „obendrüber“ in Richtung Osten gefahren. Tinje musste ja mal endlich den Hexentanzplatz in Augenschein nehmen, wegen Walpurgisnacht und so.
Sie hatte ja noch nicht ausprobiert, wie zuverlässlich das Besen-Navi ist.
Ich wollte gern über Altenau fahren um zu sehen, ob ich irgendwas von meiner ersten Klassenfahrt – muss 1974 gewesen sein – wiedererkenne. Man konnte die Atmosphäre noch etwas ahnen, weil im Harz für uns gefühlt die Zeit etwas stehengeblieben ist.
Unser Ducato-Motor und Tinje hatten gut tun, die Gebirgsroute zu meistern. Die fünf Tonnen haben bergab doch ganz schön geschoben, und es musste eine Balance zwischen Motorbremse und Bremspedal gefunden werden. Im Stau ist man zum Glück immer vorn.

Man konnte gut die kahlen Bergkuppen mit den Resten der zerstörten Nadelwälder überschauen, wo noch viele Baumstämme wie Zahnstocher herumstehen. Der erste Reflex ist eine gewisse Trübsinnigkeit ob des Anblicks, aber wenn man genau hinschaut, kann man sehen, wie sich die nächste Generation von Grün, die dann hoffentlich widerstandsfähiger ist, dazwischen schon wieder ihren Weg bahnt.
Einheimische beklagten im Gespräch, dass das tote Holz nicht genutzt werden darf, den Grund oder weitere Einzelheiten haben wir nicht herausgehört, aber das Thema wurde gern mal mit Grünen-Bashing verbunden – im Osten angekommen.
Als Anlaufstelle haben wir uns Thale ausgesucht und dort den Campingplatz am Kloster. Der zugehörige Womi-Stellplatz ist etwas vorgelagert und scheint noch ziemlich neu zu sein. Man kann dort elektrisch einchecken und sich dann einen Platz zwischen den Stämmen, die dort als Absperrung liegen, aussuchen.
Für große Schiffe wäre das hier ein bisschen eng, wir haben nur ein wenig hinten übergestanden. Wichtig war uns heute ein Plätzchen mit möglichst viel Beschattung, denn es sollte die 30 Grad-Marke geknackt werden. Es hat aber nur zum Teil geklappt, immerhin ein kleiner Baumschatten.
Man ist dort am Kloster etwas außerhalb des Ortes, also eher ruhig gelegen. Die wirklich alten Klostermauern tragen vielleicht auch etwas dazu bei. Die historischen Gebäude hat man ziemlich schnell umrundet, naja, Snorre hat es etwas länger genossen. Für mehr Aktionen war es uns dann auch zu heiß und wir haben mal angestrengt nichts gemacht. Ich konnte mich in aller Ruhe nochmal meiner Geschenke-Flut widmen, z.B. die Solar-Leuchten nach draußen stellen. Leider ist es erst so spät dunkel.

25.08.2024
Wetter: Tja, waahm.

Ein weiterer Grund, in den Harz zufahren: wir wollten uns gern die Liebeslinde an der Lauenburg ansehen. Die steht beim Ort Stecklenberg, gehört fast noch zu Thale, also gleich um die Ecke.
Eigentlich ist das mehr ein Wanderziel, aber da wir durch unseren Fell-Opa etwas eingeschränkt sind, wollten wir mit dem Womi so dicht wie möglich heranfahren. Die Zuwegung geht zunächst sehr beschaulich und sehr bergauf durch eine dicht bebaute Verkehrsberuhigung. Das Schild „keine Wendemöglichkeit“ stand am Ende der Straße und stimmte so ziemlich. Es gab eine kleine Baustelle, bei der Tinje mit viel Rangieren umdrehen konnte und wir uns dann erstmal orientieren wollten, weil das dort nicht direkt nach einem Parkplatz aussah. Jedenfalls war hier die Welt zu Ende. So saßen wir ratsuchend im Auto und nahmen zunächst den brenzligen Geruch und kurz danach die Wölkchen war, die sich unter der Motorhaube hervordrängelten.
Sofortmaßnahme: Alle Lebewesen und Wertgegenstände aus dem Auto – und hatten wir nicht mal einen Feuerlöscher an Bord? Nee, das war im Vorgänger-Womi.
Also für alle Fälle mal etwas Wasser in einen Eimer abgezapft.
Da standen wir also erstmal etwas planlos im Wald, als ein paar Meter neben uns ein Baum spektakulär bergab stürzte. Sollte wohl alles „Willkommen im Harz“ heißen.
Unter der Motorhaube hat es gequalmt und gestunken, nahm aber weiter keine größeren Ausmaße an, es musste anscheinend nichts gelöscht werden.
Ich habe dann den Rand des Funklochs ausgelotet und mich mit dem ADAC unterhalten. Die haben unsere Daten aufgenommen und mussten dann angesichts der Fahrzeugabmessungen – 7 Meter und 5 Tonnen – erst mal etwas passendes aussuchen, was uns hätte abschleppen können.
Der Werkstatt-Mann hat uns dann auch ziemlich bald angerufen, und als wir ihm unsere Position erklärt haben, auch direkt mitgeteilt, dass er dort mit seinem amtlichen Volvo-Abschlepper auf keinen hinkäme.
Wir müssten sehen, dass wir dort irgendwie vom Berg kämen.
Da wir nicht wussten, was die Ursache für die Rauchzeichen waren, hatten wir schon einige Hemmungen, den Motor wieder zu starten. Aber ohne Bremskraftverstärker geht bei dem Auto gar nichts, da muss man das Pedal schon gefühlt durch die Bodenplatte treten.
Es ging also voller Anspannung ganz langsam mit Standgas wieder bergab bis zur nächsten größeren Straße. In freudiger Erwartung und auf katastrophale Diagnosen gefasst, sahen wir endlich den gelben Abschlepper kommen. Der Mann war ein alter Werkstatthase, hielt seine Nase in den Motorraum und sagte: „Kupplung. Das passiert den Flachländern hier öfter. Bisschen abkühlen lassen und dann mal sehen, ob sie noch greift.“ Hat sie. Es fiel einiges an Spannung ab und wir bekamen noch Geleitschutz bis zur nächsten Tankstelle.
Nach Aussage des Fachmanns könnten wir wohl weiterfahren, vielleicht nicht wieder durch den Hochharz.
Er gab uns noch einen Tipp für einen anderen Stellplatz in Thale, ein bisschen stadtnäher und zugleich in Richtung Hexentanzplatz.
Unsere Liebeslinde konnten wir also vergessen, aber der Stellplatz direkt am Bodetal war nicht der schlechteste. Eigentlich nur eine Wiese gegenüber dem Touri-Parkplatz, aber für mal kurz autark stehen war es in Ordnung, sogar mit Abfall- und Klo-Entsorgung. Hier waren wir im touristischen Zentrum von Thale am Fuße der Seilbahnen, die zum Hexentanzplatz hochführen. Am Abend nach dem Abzug der gar nicht so großen Besucherströme war es dann tatsächlich sehr ruhig.


Nach der Ankunft mussten wir uns erstmal sammeln und haben bei kleineren Gassirunden die nähere Umgebung erkundet. Nicht weit entfernt fließt die Bode, ein richtig schöner Gebirgsbach, und dahinter ist eine Ferienhaussiedlung gelegen.
Passend dazu gibt es Spiel, Spass- und Essgelegenheiten.
Interessant war für uns die Parkanlage, die sehr schön ordentlich und laut Tafel von einem bekannten Gärtner nach englischem Vorbild angelegt wurde. Insgesamt wird hier auch gern Holz geschnitzt, skurrile Figuren und Sitzbänke trifft man allenthalben.


26.08.2024
Der Sommer bleibt uns erhalten

Heute haben wir unseren Aktionsradius erweitert und sind den Spuren des Tourismusbetriebs gefolgt. Es gibt hier eine wilde Mischung aus Freiluft-DDR-Museum und Disney-Hexen-Vergnügunspark. Für Kids viele Attraktionen auf einem riesigen Spielplatz, aber die allgegenwärtigen Hexen waren schon sehr niedlich, also nichts für ernsthafte Spitzer-Hut-Träger.

Die Fahrt mit der Seilbahn wollte wir den Hunden nicht antun, also sind wir als zünftige Hobby-Wanderer das Bodetal hinaufgezogen, für alle Fälle mit Snorres Wägelchen. Als wir den Trubel am großen Spielplatz und der „Fressmeile“ hinter uns gelassen hatten, wurde es merklich beschaulicher und man konnte die wunderbare Natur in dem Flußtal genießen. Durch das wirklich bewegte Wasser und die Beschattung durch die Bäume ergab sich trotz der Sommerhitze ein sehr angenehmes Klima.


Der Weg war anfangs noch gut mit der (leeren) Karre zu benutzen, aber nach einigen Kilometern war das wirklich nur noch was für Wanderstiefel und wir mussten leider umkehren, was ein bisschen schade war, denn hier fühlten wir uns zum ersten mal so richtig „harzich“. Für Snorre hat die Strecke auch gereicht und dieser hartgesottene Naturbursche brauchte sein Taxi nicht einmal zu benutzen.
Man hätte zwischdurch auch einkehren können, es gab noch so eine Art Waldschänke, aber wir haben es uns stattdessen auf den großen Felsen am Fluß gemütlich gemacht. Jedenfalls gab es hier kein Problem mit Trinkwasser für die Hunde.


Nach diesem gelungen Tag gab es keinen Grund weiterzuziehen, denn wir standen hier wirklich sehr gut. Für die Ver- und Entsorgung von Wasser hätten wir wieder zum Kloster-Camping fahren müssen, das haben wir dann auf den nächsten Tag verschoben.

27.08.2024
Das Wetter bleibt uns mit Sommertemperaturen treu, scheint ein festsitzendes Hoch zu sein

Eine ausgiebige Runde durch den Kurpark war der Start in den Tag, und wir haben weitere schöne Ecken entdeckt, und uns noch eine Kirche angesehen, und da freundlicherweise geöffnet war, sogar von innen. In der Sommerhitze ist so eine alte Kirche ein gute Zuflucht.
Da wir schon die Liebeslinde sausen lassen mussten, wollten wir wenigsten zum vielzitierten Hexentanzplatz, schon von Berufs wegen. Man kann anstelle der Seilbahn auch das Auto nehmen. Nachdem wir noch beim Kloster Wasser getankt hatten, sollte es auf kurzem Weg bergauf zu dem besagten Platz gehen.
Auf Maps sah die Zufahrt nicht sehr spektakulär aus, aber als die Straße außerhalb der Handybetrachtung doch einen größeren Steigungswinkel annahm, wurden wir etwas unruhig – da war doch was? Ach ja, die Kupplung! Fürs Umdrehen war es jetzt zu spät – also Nase zu und durch. Hat der Bürsti auch brav gemacht.
Am Ziel angekommen wurden wir von einem Hauch von Disneyland empfangen – wir waren jedenfalls nicht die einzigen Besucher. Erst mal einen passenden Parkplatz finden – check! Kreditkarte im Parkautomaten lassen – check! Leider erst später gemerkt. Dann ins Getümmel gestürzt, aber nur ganz kurz. Mit Hexen-Mystik oder wenigstens Romantik hat das hier mal so gar nichts zu tun, es gab einfach nur Jahrmarkt mit vielen Fressbuden und Souvenirläden. Vielleicht haben das Chinesen gekauft, oder so.
Wir haben versucht irgendwas Schönes zu entdecken und immerhin die Aussicht auf das Bodetal von oben genossen.

Thale von oben

Da uns hier nicht viel gehalten hat, haben wir unseren Parkgebühren – günstige 7,- € für 24 Stunden – nicht voll ausgereizt und haben dann lieber unseren nächsten Stellplatz gesucht.
Der war dann wieder eine angenehme Überraschung. Es ist eine kurze Strecke bis Friedrichsbrunn und der Platz liegt etwas abseits am Waldrand. Da der Ort nicht so groß und sehr beschaulich ist, ist hier eigentlich alles etwas abseits.
Wir hatten jedenfalls einige Plätze zur Auswahl, und auch welche mit Schatten!
Es gibt hier alles, was der Camper braucht, inklusiver sehr freundlicher Pächterin (Martina). Wir haben uns sofort gut aufgehoben gefühlt.
Man ist gleich um die Ecke direkt auf Waldwegen unterwegs, allerdings mit für alte Hundepfoten etwas viel Schotter, aber das lässt sich im Gebirge wohl kaum vermeiden.
Die Rezeption hatte erst ein oder zwei Stündchen nach unserer Ankunft geöffnet, und als ich dann zur Anmeldung und Bezahlung schreiten wollte, die alles entscheidende Frage: Wo ist eigentlich meine Kreditkarte? Kurz im Gedächtnis gegraben: Die kann nur im Parkautomaten Hexentanzplatz geblieben sein. Doch Zauberei? Ungünstig jedenfalls, und man kann dort auch nicht direkt anrufen.
Also habe ich die Karte abgeschrieben und direkt über die Banking-App gesperrt, was zum Glück sehr fluffig funktioniert hat und auch direkt bestätigt wurde. Schweiß von der Oberlippe tupfen!
Sogar die Bestellung einer neuen Karte wurde sofort angeleiert. Manchmal laufen die Dinge.

28.08.2024
Immer noch Sommer, immer noch warm

Im Nachhinein betrachtet, wären wir bei diesem Wetter an der See besser aufgehoben gewesen, aber hier in Friedrichsbrunn konnte man es auch gut aushalten. Wir haben jetzt auf jeden Fall eine gute Anlaufstelle im Harz.
Heute sollte unsere Harz-Exkursion zu Ende gehen und nach unserem Auschecken gegen Mittag ging es erstmal überwiegend bergab, Richtung nach Hause.
Wir haben noch nach einer Pausenmöglichkeit für den Heimweg gesucht und sind irgendwie aufs Calenberger Land, einer angeblich sehr lieblichen Landschaft südlich von Hannover gekommen.
Wir sind tatsächlich durch eine angenehm hügelige Landschaft gegondelt und schließlich auf einem Wanderparkplatz am Kloster Springe gelandet.
Wir haben so gut es ging versucht, die Hitze aus dem Womi auszusperren und dort ein kleines Päuschen mit kurzem Gassigang eingelegt. Die Gegend hätte noch mehr schöner Spazierstrecke hergegeben, aber das Wetter sprach degegen.
Nach einem zum Glück relativ kurzen Stau auf der Landstraße hat uns die A7/A23 wieder nach Tangstedt geführt.

Himmelfahrt

09.05.2024
Wetter: Frühling, angenehme 20 Grad, laues Lüftchen

Ich hatte das Gefühl, das Womi (und auch ich) müsste mal bewegt werden, und wir sind Richtung Ostsee gestartet, über Neumünster und Plön. Dieses Ostholstein hatte sich aufgemacht Richtung Frühsommer und sich dafür in die Farben vom leuchtend gelben Raps, dem strahlend blauen Himmel und den vielfältigen Grünvariationen der explodierenden Vegetation gehüllt. Diese Farben hätte ich für die Landesflagge genommen.
Ursprüngliches Ziel war eigentlich Sehlendorf, das schon zu einem unserer Lieblingsorte geworden ist, aber die Aufsicht an der Zufahrt zu Strand und Stellplatz hat mich – immerhin sehr freundlich und mit Bedauern – abblitzen lassen. Der Platz war schon voll, aber wohl haupsächlich deshalb, weil er durch Hochwasser nur zu einem Bruchteil benutzbar war. Ob das noch Nachwehen der Sturmflut war, habe ich so genau nicht erfahren können.
Ich habe es dann noch beim benachbarten Campingplatz um die Ecke versuchen wollen, wurde aber vom dortigen Platzwart beim (offenbar illegalen) Beäugen der Lokalitäten dermaßen mit Mißtrauen überhäuft, dass ich von diesem Plan schnell Abstand genommen habe.
Eigentlich hatten wir die Betreiberin im Jahr zuvor als ausgesprochen freundlich kennengelernt, aber vielleicht hat sie sich jetzt einen „Wachhund“ zugelegt.
Der geografisch nächste Platz, der mir von der Beschreibung in der App her zusagte, war in Behrensdorf, ein Stück nördlich von Hohwacht.
Über den recht schmalen Seekamp habe ich mich dann zum Campingplatz „Waldesruh“ geschlängelt.
Wald? Äähh . . .
Nun gut, der Empfang am Bullauge der Rezeption war sehr freundlich, ich ich sollte mir erstmal einen Platz aussuchen und später die Formalien klären.
Also schnell eingeparkt und auf dem Rückweg zur Camping-Zentrale fiel mir gleich die recht professionell wirkende PA auf dem Platz davor auf. Naja, war schließlich Himmelfahrt, mal sehen was die vorhaben, dachte ich.
Es gibt anscheinend alle bekannten Schlager in einer Arte „Stars-on-45“ Compilation, alle mit dem gleichen Beat, also perfekt für den Discofox-Marathon. Das haben die eingeborene Camper und Gäste gern mitgenommen und später auch gemischte Männerchöre zu den einschlägigen Ballermann-Hits gebildet.


Party Travemünde

31.05.2024
Wetter: War super, trocken, angenehme Temperatur, schönes Feierwetter

Es gab eine Einladung zu einer ganz besonderen Party in Travemünde, was natürlich ein Fall für eine Womi-Fahrt ist. Wir konnten das leider nur mit unseren Lakritznasen nicht in Einklang bringen, weil wir die eigentlich nie länger allein im Womi lassen, und Snorre wird ja zunehmend undichter.
Ich konnte mich zwei Stunden später als geplant von den Kollegen losreißen und bin also allein gefahren. Es war schon reichlich voll auf dem Kowitzberg und ich habe einen ziemlich schrägen Platz bekommen, bei dem mich auch die Auffahrkeile nicht vollständig gerettet haben.
Ich war ja eigentlich schon zu spät dran und musste schnell ins Party-Dress kommen. Im Schrank – Überraschung – habe ich dann eine Klamottenauswahl von Tinje gefunden. Nach kurzer Fernberatung fand ich mich dann schmuck genug und bin zur Eventlocation geradelt: Zum Lübecker Yachtclub in Travemünde.
Es wogte mir noch hinter der Ecke am Fahrradständer ein erheblicher Feierpegel entgegen, und ich wunderte mich schon über die überbordene Stimmung, aber es fand zeitgleich eine gutbesuchte Silberhochzeit statt, deren Gäste auch ordentlich Gas gegeben haben. Unsere Feier war im ersten Stock, etwas leiser, aber dafür mit einer tollen Aussicht auf die Trave, die Passat und viele weitere Schiffe und die vorbeifahrenden Fähren. Es gab eine kleine Dachterasse, die sich schnell zum Hotspot entwickelte, nicht nur wegen der Raucher.
Dass ich recht schnell in die Klamotten gesprungen bin, ließ sich auch an der Tatsache ablesen, dass mir der aufmerksame Kellner noch das Verkaufs-Etikett vom T-Shirt abschneiden musste.
Ich konnte noch einige Reste vom Büffet angeln und habe mich dann nach und nach durch die Gesichter gerätselt, die man so lange nicht gesehen hatte.
Im Laufe des Abends wurde es dann alles immer vertrauter.

Am Ende haben alle die Location gefeiert, aber auch die beiden symphatischen Leute, die uns sehr aufmerksam bewirtet haben.
Den Rückweg mit dem Fahrrad habe ich ich dann über die Strandpromenade incl. Seebrücke genommen und habe es sehr genossen, Travemünde für mich allein zu haben.

Stellplatz: Travemünde am Kowitzberg, einfacher Stellplatz mit Strom und Entsorgung. Praktisch ist die Webseite, auf der man den „Füllstand“ des Platzes abfragen kann. Leider hat die Stadt Lübeck das Ganze als Einnahmequelle erschlossen und die Preise ziemlich erhöht, aber 18 € gehen immer noch.
Man ist auf jeden Fall schnell am Strand und noch schneller am Steilufer mit herrlichem Ausblück über die Lübecker Bucht.

01.06.2024
Wetter: Hat sich zu einem schönen Sommertag entwickelt

Nach einem Frühstücksbesuch mit Familienanschluß habe ich beschlossen, eine kleine Fahrradtour zu unternehmen, das Wetter war einfach zu verlockend.
Die kleine Fußgängerfähre hat mich zum Priwall mitgenommen und von dort ging es dann Richtung „Grenze“. Ich bin einfach der Nase durch eine ausgedehnte Datschen-Siedlung gefahren und die Touristenströme reduzierten sich bald von eisessenden Massen auf wenig Radler. Ein Nebenweg, ich glaube es war in Pötenitz, der laut Google eigentlich im Nichts enden sollte, brachte mich dann auf den Küstenradweg, der laut Beschilderung in Lübeck eigentlich gesperrt sein sollte. Man kann niemandem mehr trauen. Die Belohnung für die beharrliche Weiterfahrt war zunächst eine wunderschöne Blühwiese mit Mohnblume, Kornblumen und Margeriten, ein erster Strandspaziergang und ein Käsekuchen im Glas an einem kleinen Imbiss.

Wächst einfach im Liegen weiter . . .

Der Rückweg auf dem Küstenradweg war dann sehr direkt und die große Priwallfähre hat mich wieder ins Touristengetümmel und am Ende zum Womo-Platz gebracht.

2024 Wohnzimmerfenster lässt Regen rein

Bei einer Intensiv-Beregnung in Büsum lief das Wasser plötzlich innen an der Scheibe runter und musste mit Tupperdosen aufgefangen werden – kein guter Zustand. Zum Glück blieb es den Rest der Reise trocken und es ware erstmal keine weiteren Normassnahmen nötig.
Ich habe mich dann erst mal mittels einiger Jutjub-Videos mit dem Thema „Fenster neu eindichten“ vertraut gemacht. Es sah gar nicht so schwer aus, und ich konnte nur hoffen, dass der Vorbesitzer nicht mit Kleber gearbeitet hat. Der hatte mir nämlich erklärt, dass er alle Fenster neu eingedichtet hat. Das hat er wohl übersehen, oder ich habe da was falsch verstanden.
Ich habe jedenfalls schon von unterwegs Dekaseal 8936 bestellt, das in den Videos empfohlen wurde.
Nachdem ich später zu Hause den Innenrahmen gelöst und die Fensterscheibe rausgenommen hatte, wollte der Außenrahmen nicht sofort nachgeben, aber nach einiger Überzeugungsarbeit auch mit dem Cuttermesser ließ sich das Ding dann doch rausdrücken. Die hatten vorher mit Versiegelung nicht gespart, aber immerhn kein Kleber. Vielleicht war das noch Original von Bürstner, keine Ahnung.
Dei Versiegelung war jedenfall an der Oberkante des Fensters schon sehr bröselig, wohl der Grund für den Wassereinbruch
Dann war intensive Pul-Arbeit in verschiedenen Ausprägungen angesagt, nur mit den Fingern, aber auch mit Hilsmitteln wie z.B: Schaschlikspießen für kleine Rillen. ich wollte das Ding auf jeden Fall so sauber wie möglich bekommen.

Angesichts der Menge Knetmasse, die ich da runter gepult hatte, war ich mir plötzlich nicht mehr sicher, ob eine Kartusche Dichtmasse ausreichen würde, und habe den Einbau nochmal verschoben, bis ich eine zweite zur Verfügung hatte.
Die eine hat aber Ende doch gereicht und ich habe eine schöne Wurst einmal rundrum hinbekommen. Alles noch mal ordentlich gereinigt und Fenster wieder reingesetzt.
Sah für mich ganz gut aus, weil auch durchgängig Versiegelung ausgetreten ist.

Einen Tag später habe ich das dann nach Anweisung mit sich selbst abgetupft, und wenn man sich damit etwas angefreundet hat funktioniert das wirklich gut.

Start in den Frühling / Sommer

22.05.2024
Wetter:
Beim Losfahren bewölkt und T-Shirt-Temperatur, ein bisschen Nieseln, später extrem nass.

Unsere erste gemeinsame Fahrt dieses Jahr, wir haben Zeit für vier Mal schlafen. Wohin? Ähh, keine Ahnung, eigentlich wie immer. Erst mal zur Tankstelle, ist gerade günstig, Diesel bei ca. 1,60 €.
Dann fahren wir mal auf die Autobahn, wir können in Büsum sein, bevor der Fischmann zumacht. Unterwegs wurde es dann immer feuchter, der Scheibenwischer blieb überwiegend an. Wegen der Öffnungszeiten beim Fischladen geht bei Tinje der Tacho schon mal gegen 120. Das Schiff liegt gut auf der Straße, aber es fängt dann immer irgendwo an zu pfeifen, und es gibt natürlich auch einen kleinen Strudel im Tank.
Wir haben es geschafft und ein paar Makrelen und Krabbenbrötchen ergattert.
Auf dem Stellplatz sind wir dann erstmal nicht mehr ausgestiegen, weil es dann sehr viel Wasser von oben gab. Die Hunde mussten etwas auf das Druckablassen warten, aber dafür haben mehrere Gänsefamilien mit Nachwuchs auf den freien Stellplätzen sich amüsiert und gegrast.

Später haben wir doch noch ein relativ trockene Runde hinbekommen.

Die richtigen Klamotten sind dabei – aus Tinje’s Budike

Als wir dann friedlich im Womi saßen und aus dem Fenster schauten, fiel uns auf, dass auch Wasser innen an der Scheibe runterlief, verdammt. Wir haben dann ein paar Tupper-Dosen an die Kante gestellt und das meiste aufgefangen.

Ich habe mir gleich mal ein paar Videos zum Womo-Fenster neu eindichten angesehen, scheint nicht allzu schwer zu sein. Der Vorbesitzer hatte ja gesagt, dass er alles neu eingedichtet hat, scheint aber entweder nicht gelungen zu sein, oder das stimmte einfach nicht. Ich hoffe nur, dass da niemand mit Kleber gearbeitet hat.

Stellplatz:
Womoplatz Büsum, nicht spektakulär, aber man steht ganz gut, hat Ver- und Entsorgung und man ist schnell in der Stadt und am Hafen

23.05.2024
Wetter: Hat sich beruhigt, die dicken Wolken sind abgezogen, es wird wieder frühlingswarm, mit ein bisschen Sonne.

Der Beschluss lautet, dass wir heute nach dem Stadtbummel und dem Frühstück nach Arnis fahren, weil Tinje die kleinste Stadt Deutschlands besuchen wollte und auch der Stellplatz an der Marina verlockend erschien.
Es sollte sich zeigen, dass diese Idee eine gute war.
Beim Bummeln durch die Shopping Mall Büsums wurden wir wie durch Hexerei plötzlich und unwiderstehlich in ein Schuhgeschäft gesogen, und siehe, es waren schöne Sneaker mit bunten Herzen, die uns gerufen hatten, und die wollten Tinje einfach nur glücklich machen.
Zum Frühstück sind wir dann auf unseren „Stammplatz“ an der Hafenmole umgezogen, auch um nicht noch auf ausstehende Zahlung von Kurtaxe angesprochen zu werden.

Der Platz ist zwar enger geworden (wegen Baustelle und Kassenhäuschen), aber für mal kurz Womi abstellen reicht es noch

Noch ein kurzer Stopp beim Fischmann und das Frühstück war gerettet. Das kann ja nur schmecken, wenn man bei Matjes, Krabben und schwarzem Tee fast an der Kaimauer sitzt und auf die Kutter blickt.
Kurze Siesta und danach eine kleine Gassirunde vor der Fahrt. Und schon wieder ist es passiert: wir wurden in ein Schuhgeschäft – diesmal Outlet – gesogen, und hier gab es dann wunderbare rote Trail-Schuhe, sehr very gunstig, aber es gab einen kleinen Haken, der sich erst später zu erkennen gab.
Das Navi hat uns dann eine unkomplizierte Route mit nur 2 oder 3 Mal Abbiegen nach Arnis empfohlen.
Auf dem Weg zur B5 hatte ich mitten auf dem Acker einen Radarturm bemerkt und mich laut gefragt, was der da wohl macht. Tinjes Erklärung kam promt: Radieren!
Klar, was sonst. Man muss die Dinge nur mal richtig erklärt bekommen.
Es fehlte dann plötzlich der Gegenverkehr, und wir haben festgestellt, dass die B5 auf einer ganz schön langen Strecke nur in einer Richtung benutzbar ist.
Es sah etwas seltsam aus und wir haben uns gefragt, ob das auf der anderen Seite die neue Fahrspur oder ein Fahrradweg werden soll, eine Frage, die so nicht geklärt werden konnte.
Wir haben die Fahrt bei schönstem Wetter auf den fast leeren Bundesstraßen Richtung Schlei sehr genossen.
Dabei sind wir durch den schönen Ort Oster-Ohrstedt gekommen, in dem ich als Stöpsel einige schöne Ferientage auf einem Bauernhof bei Tante Lisbeth und Onkel Thomas verbracht habe. Die Ortsnamen wie Freia und Ahrenviöl kamen mir alle noch bekannt vor.
Es gab unterwegs einige Schilder die vor Wildwechsel mit Damwild gewarnt haben, aber auf verrückt gewordene Katzen wurde nicht hingewiesen. Eine Mieze ist ganz kurz vor unseren Vorderrädern über die Straße geprescht – Adrenalin hoch! – und eine zweite folgte unmittelbar und muss es offenbar geschafft haben, zwischen Vorderachse und den Hinterachsen durchzuwutschen. Es lebe der lange Radstand! Adrenalin noch höher! Aber es ist gutgegangen. Zum Glück war es innerorts und wir entsprechend langsam.
Dann ging es durch Süderbrarup, legendär durch das Fußball-Spiel des SV auf dem Kieler Wochenmarkt (Kommentator Brösels Werner).
Der Empfang durch den tiefenentspannten und sehr freundlichen Hafenmeister bei der WSG Arnis und das Ambiente der Marina hat uns sofort überzeugt und Tinje hat – natürlich – den besten Stellplatz mit Blick auf den Steg erobert.

Nach dem Zurechtruckeln auf dem Platz haben wir einen ersten Erkundungsgang Richtung Arnis gestartet und Tinje konnte die schönen neuen roten Gassischuhe ausprobieren.
Später wieder am Womi angekommen, stellte sie sich die Frage, ob ihre Füße wohl durch besondere Umstände unterschiedlich groß geworden wären, aber die Erklärung lag nach Kontrolle des Schuh-Innenlebens an den unterschiedlichen Größen, die uns die Verkäuferin eingepackt hatte. Sehr ärgerlich, denn wir waren jetzt 120 km entfernt und der Laden hat – schön für die – keine Telefonnummer veröffentlicht.
Das konnte uns aber den schönen Abend fast direkt am Wasser, nur durch eine Hecke getrennt, nicht völlig vermiesen. Schließlich gab es noch zum Abschluss einen spektakulären roten Vollmond.

Der Wellenbrecher vor den Stegen dient wohl hauptsächlich als Mövenablage
Die Einfahrt zur Marina ist genau definiert

Stellplatz: WSG Arnis, kleiner Platz für ca. 20 Mobile auf dem Gelände der Marina. Strom und Sanitär, Wasser und WLAN ist mit dabei. Anmeldung beim Hafenmeister, alles ganz entspannt. Chemieklo kann man auch leeren, weil die das hier für die Boote natürlich auch brauchen.

25.05.2024
Wetter: Ganz viel Sonne, zuerst ziemlich warm in der Sonne, später durch aufkommenden Wind ganz schön kühl, besonders im Schatten.

Die morgendliche Gassirunde hat schon ein bisschen Klönschnack mit den eingeborenen Seglern gebracht und wir haben Tipps für Wanderwege bekommen. Einen haben wir selbst gefunden, der uns zu einer kleinen Bootswerft geführt hat.

Der Bootsbauer war hunde- und überhaupt freundlich und hat uns einen kleinen Blick in die Halle werfen lassen. Das Thema Sturmflut ist hier immer noch allgegenwärtig und noch nicht verdaut, deswegen hatte auch der Bootsbauer noch gut mit Reparaturen zu tun. Es gibt wohl auch noch Häuser, die schwer Schaden genommen haben und noch immer nicht bewohnbar sind.
Tinje hat den ganzen Vormittag versucht, mit dem Schuhladen in Büsum per Telefon und Email in Kontakt zu kommen. Schließlich hat sie den Fischmann nebenan erreicht, der die Nachricht freundlicherweise an die Nachbarn weitergegeben hat, toller Service.
Nach dem Frühstück habe ich Snorres Rentnermobil zusammengebaut und wir sind zu einer längeren Spazierrunde aufgebrochen, naja länger als einen Kilometer.
Unterwegs gab es dann Telefonate mit dem Schuhladen, die am Ende die passenden Gegenstücke zu Tinjes ungleichem Paar gefunden haben (hurra!), meinten aber, dass sie das nicht schicken könnten. So haben wir uns drauf vorbereitet, am nächsten Tag wieder nach Büsum zu fahren. Zum Ende des Ausflugs war aber dann die Chefin des Ladens am Telefon, weil sie eine E-Mail von Tinje zu dem Thema erreicht hatte. Die hat dann doch vorgeschlagen, den Schuhtausch per Post vorzunehmen, und so waren wir mit unserer Reiseplanung wieder unabhängig.
Es war also ein sehr erfolgreicher Spaziergang, bei dem nebenbei telefonisch auch noch Kundenwünsche für die Budike erfüllt wurden. Und wir haben tatsächlich auch etwas von Arnis gesehen, zumindest haben wir den halben Arnis-Rundweg geschafft.
Da gibt es einiges zu sehen, angefangen beim – zugegeben – überschaubaren Arniser Strand, durchgedrängelt durch ein gut besuchtes Café mit einem guten Pegel Ausflugsgäste-Geschnatter, vorbei an an einer schwimmenden Sauna mit Außenborder (das müssen echte Schwitze-Freaks sein) und quer über das Gelände einer Werft.

Zu Hause angekommen hatten wir uns den Kaffee und Kuchen auf einer der Bänke in der Marina verdient. Zu „unserer“ mussten wir die Kaffeebecher praktisch nur durch die Hecke reichen. Die Bänke gibt es gefühlt alle 10 Meter, immer als Grillplatz eingerichtet, und heute auch gut besucht.
Als Abendessen haben wir die Reste unserer Büsumer Räucherfische vernichtet, und mir reichte das dann auch erst mal mit dem Meeresgetier.
Tinje hatte die Idee, dass man sich doch das Finale der Let’s Dance Staffel im Fernsehen geben könnte, und so habe ich etwa eine Stunde lang versucht, unser TV-Equipment in Betrieb zu nehmen – erfolglos. Es gab zwar Strom, aber der Fernseher hat beharrlich die Meldung „kein Signal“ angezeigt, egal wie ich die SAT-Schüssel auch gedreht habe. Ich glaube, wir sollten einfach nur geschont werden, und so haben wir „kein Signal“ zu unserer Lieblingsserie erkoren.

25.05.2024
Wetter: Ähnlich warm wie gestern, aber die Sonne hat sich im Laufe des Tages hinter den Wolken versteckt. Der Wind ist immer noch frisch.

Die morgendliche Gassirunde führte direkt zum Bäcker nach Arnis. Ist eigentlich nicht weit, aber Snorri hatte viel zu untersuchen. Wir waren schon etwas spät und die Auswahl entsprechend begrenzt, aber alles was da war, war auch lecker. Frühstück gab es dann auf „unserer“ Picknick-Bank in der Marina – wir haben also im Yachthafen gefrühstückt!

Es gab nebenbei immer Klönschnack, z.B. mit vorbeieilenden Seglern, die mit ihren Versorgungs-Bollerwagen ihre Schiffe bestückt und starklar gemacht haben, und mit ein paar Leuten, die sich hier zum jährlichen Folkeboot-Treffen verabredet haben.

Da war wohl später eine größere Grillparty geplant, denn es wurden noch Party-Bänke mit einem Mastwagen vorbeigezogen.
Lindaunis wäre unsere nächste Station geworden, aber wir haben die Auskunft bekommen, dass der Platz dort voll ist, und so haben wir hier nochmal verlängert, und man kann das ja auch gut aushalten.
Tinje ist noch mit dem Roller in die „Stadt“ und hat Souvenirs besorgt, wat mutt, dat mutt.
Mit dem Nachmittags-Gassi haben wir den Arnis-Rundweg von der anderen Seite vollendet und sind zwischen lieblichen kleinen Häuschen und den dazugehörigen Wassergrundstücken durchspaziert. Das hat alles schon sehr an Holland erinnert. Und überall Bootstege zum Schauen und Gutfinden.

Wenn man es sich leisten kann, darf es auch eine Riva sein
(Tja, und „Fischerei auf Sicht“ ist fast so schön wie „Salat bei Lage“)
So sieht’s aus: erste Hälfte vom Grundstück . . .
. . . Weg dazwischen . . .
. . .zweite Hälfte vom Grundstück

Am Ende des Rundweges haben wir dann noch einen Automaten gefunden, aus dem man Blumensamen ziehen konnte – auf jeden Fall gesünder als Zippen und schon für unter 16. Ich habe eine Schachtel Margeriten geschenkt bekommen, einen Blumen-Bausatz sozusagen, Danke Tinje!

Für die Abendrunde hat es uns abermals in die große Stand Arnis gezogen. Wir sind dieses Mal mal am Ende rechts abgebogen, haben noch ein paar kleine Geschäfte und eine theoretische Essensmöglichkeit gefunden und sind auf unserem – diesmal mückenverseuchten – Rundweg wieder zurück gelangt. Damit haben wir die Stadt eigentlich in wenigen Etappen vollständig erkundet. Mit Opa-Hund! Wo sonst schafft man das schon.

26.05.2024
Wetter ist am Anfang noch sonnig und relativ warm, später zog dann noch ein Gewitterchen auf.

Wir haben uns nach der Morgenrunde ziemlich zeitig auf den Rückweg gemacht und wollten entspannt ein wenig Landstraße über die schöne Halbinsel Schwansen zwischen Schlei und Eckernförder Bucht fahren. Man hat uns das aber verwehrt, indem man die Lindaunis-Brücke gesperrt hat, und die Arnis-Fähre ist ja auch außer Betrieb.
Also haben wir uns bei Google-Maps nach einer Route zur A7 (langweilig) erkundigt und sind schließlich auf interessanten Wegen dort hin gelangt. Den Rest nach Hause kann der PIIP schon allein. Haben wir gedacht. Und nicht die Sperrung der Ortsdurchfahrt Ellerau bedacht. Aus diesem Grund gab es eine Ehrenrunde in Quickborn-Heide und einen weiteren Schlenker über Schnelsen schließlich nach Hause.

2023 Wasserhahn Küche schaltet nicht

Der Wasserhahn in der Küche schaltete die Pumpe zuerst unzuverlässig und später gar nicht mehr an, der Mikroschalter hatte wohl aufgegeben. Irgendwann war es mir zu blöd, immer im Bad Wasser laufen zu lassen, nur damit in der Küche auch etwas ankommt. Hat immerhin als Notlösung funktioniert.
Ich habe also den Wasserhahn auseinandergebaut, um zu sehen, welche Sorte Schalter gebraucht wird. Den (hoffentlich) passenden habe ich dann bei Völkner gefunden und bestellt. Das Risiko einer falschen Bestellung ist bei Preisen unter 10 € ja überschaubar.
Es kam der Schalter und passte, hatte aber ein Kabel mehr als das Original.
Meinem Ordnungssinn gehorchend wollte ich unbedingt alle drei Kabel durch den Hahn nach unten führen, wass sich aber als hoffnungslos herausstellte, die Durchführung war einfach zu eng. Also habe ich erstmal zwei Kabel genommen, die Funktion geprüft und das dritte einach abgeknipst. Bei der Aktion hat sich dann auch rausgestellt, dass es aus der Kartusche getropft hat. Also habe ich diese soweit es ging zerlegt, und bei den Dichtgummis und Umgebung den Kalk entfernt.
Danach musste noch ein Stück Anschlussschlauch dran glauben, weil sich das mit der Schelle auch nicht mehr dichtziehen ließ.
Im Moment sieht es im Küchenschrank trocken aus.

2023 Rückleuchte ersetzen

Irgendwann fing der Blinker links auf einmal an, hektisch zu werden, also doppelt so schnell zu blinken wie normal. Ich finde das beim Womi noch unangenehmer als im PKW, weil man nicht sieht, ob und wie die Leute hinter einem agieren.
Ein Gang ums Mobil zeigte, dass es der Blinker hinten links nicht mehr tat. Die Leuchte also abgebaut und siehe da, die Federzunge, die den Kontakt zur Glühbirne herstellen soll war für die Elektronen einfach zu weit entfernt.
Da hatte schon mal ein Fachmann mit Strapsband herumgeflickt, aber das Provisorium hatte jetzt aufgegeben. Meine Verbesserung dieser Bastelei hielt auch nicht sehr lange, weil einfach die Kunststoffüsse für diese Metallzungen spröde und defekt waren.
Damit es interessant bleibt, hat zwischendurch auch mal vorn der Blinker links ausgesetzt, was sich aber nur als Kontaktproblem am Stecker herausgestellt hat.
Der Fehler ist dann wieder nach hinten gewandert und ich habe schließlich eine neue Rückleuchte bestellt, auch weil ich gesehen hatte, dass das Glas defekt war und auch anderweitig herumgefrickelt wurde, ich nehme an, für den Anschluss des Rollerträgers.

2023 Kühlschrank zündet nicht mehr

Plötzlich sprang der Kühlschrank im Gasbetreibnicht mehr an. Detektivisches Vorgehen war angesagt:
Funktioniert die Gasanlage? Ja alles andere geht.
Kommt ein Zündfunken? Unteres Außengitter und die Blechverkleidung vom Brenner abgebaut, ein Zündfunke war klar zu sehen, allerdings war ich nicht sicher, ob die Zündkerze und der Thermofühler so richtig eingebaut waren. Recherchen in Foren haben ergeben, dass das wohl so fast in Ordnung war.
Der der Kühlschrank hat eine automatische Zündung, deswegen konnte ich das ohne Hilfe am Piezo-Drücker selbst testen.
Kommt Gas an? Tja irgendwie nicht. Brenner ausgebaut und alles gereinigt, inklusive der Düse – meinte ich!
Ich hatte erst befürchtet, dass kein Gas mehr durch das Ventil vom „Starterknopf“ oder den Regler kommt, aber dann habe ich mit Tinje nochmal getestet, ob Gas ohne angebauten Brenner aus der Leitung kommt, wenn man den Starter drückt, und siehe da, es kam.
Konnte jetzt ja nur noch Brenner liegen und ich habe eine neue Düse bestellt, nachdem ich mehrere Warnungen gelesen hatte, am Loch zu sehr herumzuprökeln.
Das Ding war einfach mit durchpusten und sanfter Reinigung nicht frei zu bekommen, aber ich konnte das optisch irgendwie nicht überprüfen.
Mit der neuen Düse zündet er jetzt wieder. Kosten lagen glaube ich bei ca. 10,- € mit Versand. Werkstatt hätte wahrscheinlich 300,- € gekostet.

2023 Badezimmer umgebaut

Wir haben festgestellt, dass man auch bei offener Badezimmertür nicht so richtig auf dem Pott sitzen kann, weil die Wand im Weg ist. Ich habe dann die Wand mit zum Baumarkt genommen und in zwei Teile sägen lassen, so dass die Tür ein ganzes Stück gerutscht ist. Leider war ich nicht drauf gefasst, dass die Wände innen nur Leistenhaben und kein Holz, also mussten die neuen, offenen Kanten noch mit Alu-Profilen verstärkt werden. Sieht aber fast wie „das gehört so“ aus, und man sitzt jetzt entspannter auf der Brille.