22.05.2024
Wetter:
Beim Losfahren bewölkt und T-Shirt-Temperatur, ein bisschen Nieseln, später extrem nass.
Unsere erste gemeinsame Fahrt dieses Jahr, wir haben Zeit für vier Mal schlafen. Wohin? Ähh, keine Ahnung, eigentlich wie immer. Erst mal zur Tankstelle, ist gerade günstig, Diesel bei ca. 1,60 €.
Dann fahren wir mal auf die Autobahn, wir können in Büsum sein, bevor der Fischmann zumacht. Unterwegs wurde es dann immer feuchter, der Scheibenwischer blieb überwiegend an. Wegen der Öffnungszeiten beim Fischladen geht bei Tinje der Tacho schon mal gegen 120. Das Schiff liegt gut auf der Straße, aber es fängt dann immer irgendwo an zu pfeifen, und es gibt natürlich auch einen kleinen Strudel im Tank.
Wir haben es geschafft und ein paar Makrelen und Krabbenbrötchen ergattert.
Auf dem Stellplatz sind wir dann erstmal nicht mehr ausgestiegen, weil es dann sehr viel Wasser von oben gab. Die Hunde mussten etwas auf das Druckablassen warten, aber dafür haben mehrere Gänsefamilien mit Nachwuchs auf den freien Stellplätzen sich amüsiert und gegrast.

Später haben wir doch noch ein relativ trockene Runde hinbekommen.

Als wir dann friedlich im Womi saßen und aus dem Fenster schauten, fiel uns auf, dass auch Wasser innen an der Scheibe runterlief, verdammt. Wir haben dann ein paar Tupper-Dosen an die Kante gestellt und das meiste aufgefangen.

Ich habe mir gleich mal ein paar Videos zum Womo-Fenster neu eindichten angesehen, scheint nicht allzu schwer zu sein. Der Vorbesitzer hatte ja gesagt, dass er alles neu eingedichtet hat, scheint aber entweder nicht gelungen zu sein, oder das stimmte einfach nicht. Ich hoffe nur, dass da niemand mit Kleber gearbeitet hat.
Stellplatz:
Womoplatz Büsum, nicht spektakulär, aber man steht ganz gut, hat Ver- und Entsorgung und man ist schnell in der Stadt und am Hafen
23.05.2024
Wetter: Hat sich beruhigt, die dicken Wolken sind abgezogen, es wird wieder frühlingswarm, mit ein bisschen Sonne.
Der Beschluss lautet, dass wir heute nach dem Stadtbummel und dem Frühstück nach Arnis fahren, weil Tinje die kleinste Stadt Deutschlands besuchen wollte und auch der Stellplatz an der Marina verlockend erschien.
Es sollte sich zeigen, dass diese Idee eine gute war.
Beim Bummeln durch die Shopping Mall Büsums wurden wir wie durch Hexerei plötzlich und unwiderstehlich in ein Schuhgeschäft gesogen, und siehe, es waren schöne Sneaker mit bunten Herzen, die uns gerufen hatten, und die wollten Tinje einfach nur glücklich machen.
Zum Frühstück sind wir dann auf unseren „Stammplatz“ an der Hafenmole umgezogen, auch um nicht noch auf ausstehende Zahlung von Kurtaxe angesprochen zu werden.

Noch ein kurzer Stopp beim Fischmann und das Frühstück war gerettet. Das kann ja nur schmecken, wenn man bei Matjes, Krabben und schwarzem Tee fast an der Kaimauer sitzt und auf die Kutter blickt.
Kurze Siesta und danach eine kleine Gassirunde vor der Fahrt. Und schon wieder ist es passiert: wir wurden in ein Schuhgeschäft – diesmal Outlet – gesogen, und hier gab es dann wunderbare rote Trail-Schuhe, sehr very gunstig, aber es gab einen kleinen Haken, der sich erst später zu erkennen gab.
Das Navi hat uns dann eine unkomplizierte Route mit nur 2 oder 3 Mal Abbiegen nach Arnis empfohlen.
Auf dem Weg zur B5 hatte ich mitten auf dem Acker einen Radarturm bemerkt und mich laut gefragt, was der da wohl macht. Tinjes Erklärung kam promt: Radieren!
Klar, was sonst. Man muss die Dinge nur mal richtig erklärt bekommen.
Es fehlte dann plötzlich der Gegenverkehr, und wir haben festgestellt, dass die B5 auf einer ganz schön langen Strecke nur in einer Richtung benutzbar ist.
Es sah etwas seltsam aus und wir haben uns gefragt, ob das auf der anderen Seite die neue Fahrspur oder ein Fahrradweg werden soll, eine Frage, die so nicht geklärt werden konnte.
Wir haben die Fahrt bei schönstem Wetter auf den fast leeren Bundesstraßen Richtung Schlei sehr genossen.
Dabei sind wir durch den schönen Ort Oster-Ohrstedt gekommen, in dem ich als Stöpsel einige schöne Ferientage auf einem Bauernhof bei Tante Lisbeth und Onkel Thomas verbracht habe. Die Ortsnamen wie Freia und Ahrenviöl kamen mir alle noch bekannt vor.
Es gab unterwegs einige Schilder die vor Wildwechsel mit Damwild gewarnt haben, aber auf verrückt gewordene Katzen wurde nicht hingewiesen. Eine Mieze ist ganz kurz vor unseren Vorderrädern über die Straße geprescht – Adrenalin hoch! – und eine zweite folgte unmittelbar und muss es offenbar geschafft haben, zwischen Vorderachse und den Hinterachsen durchzuwutschen. Es lebe der lange Radstand! Adrenalin noch höher! Aber es ist gutgegangen. Zum Glück war es innerorts und wir entsprechend langsam.
Dann ging es durch Süderbrarup, legendär durch das Fußball-Spiel des SV auf dem Kieler Wochenmarkt (Kommentator Brösels Werner).
Der Empfang durch den tiefenentspannten und sehr freundlichen Hafenmeister bei der WSG Arnis und das Ambiente der Marina hat uns sofort überzeugt und Tinje hat – natürlich – den besten Stellplatz mit Blick auf den Steg erobert.

Nach dem Zurechtruckeln auf dem Platz haben wir einen ersten Erkundungsgang Richtung Arnis gestartet und Tinje konnte die schönen neuen roten Gassischuhe ausprobieren.
Später wieder am Womi angekommen, stellte sie sich die Frage, ob ihre Füße wohl durch besondere Umstände unterschiedlich groß geworden wären, aber die Erklärung lag nach Kontrolle des Schuh-Innenlebens an den unterschiedlichen Größen, die uns die Verkäuferin eingepackt hatte. Sehr ärgerlich, denn wir waren jetzt 120 km entfernt und der Laden hat – schön für die – keine Telefonnummer veröffentlicht.
Das konnte uns aber den schönen Abend fast direkt am Wasser, nur durch eine Hecke getrennt, nicht völlig vermiesen. Schließlich gab es noch zum Abschluss einen spektakulären roten Vollmond.







Stellplatz: WSG Arnis, kleiner Platz für ca. 20 Mobile auf dem Gelände der Marina. Strom und Sanitär, Wasser und WLAN ist mit dabei. Anmeldung beim Hafenmeister, alles ganz entspannt. Chemieklo kann man auch leeren, weil die das hier für die Boote natürlich auch brauchen.
25.05.2024
Wetter: Ganz viel Sonne, zuerst ziemlich warm in der Sonne, später durch aufkommenden Wind ganz schön kühl, besonders im Schatten.
Die morgendliche Gassirunde hat schon ein bisschen Klönschnack mit den eingeborenen Seglern gebracht und wir haben Tipps für Wanderwege bekommen. Einen haben wir selbst gefunden, der uns zu einer kleinen Bootswerft geführt hat.

Der Bootsbauer war hunde- und überhaupt freundlich und hat uns einen kleinen Blick in die Halle werfen lassen. Das Thema Sturmflut ist hier immer noch allgegenwärtig und noch nicht verdaut, deswegen hatte auch der Bootsbauer noch gut mit Reparaturen zu tun. Es gibt wohl auch noch Häuser, die schwer Schaden genommen haben und noch immer nicht bewohnbar sind.
Tinje hat den ganzen Vormittag versucht, mit dem Schuhladen in Büsum per Telefon und Email in Kontakt zu kommen. Schließlich hat sie den Fischmann nebenan erreicht, der die Nachricht freundlicherweise an die Nachbarn weitergegeben hat, toller Service.
Nach dem Frühstück habe ich Snorres Rentnermobil zusammengebaut und wir sind zu einer längeren Spazierrunde aufgebrochen, naja länger als einen Kilometer.
Unterwegs gab es dann Telefonate mit dem Schuhladen, die am Ende die passenden Gegenstücke zu Tinjes ungleichem Paar gefunden haben (hurra!), meinten aber, dass sie das nicht schicken könnten. So haben wir uns drauf vorbereitet, am nächsten Tag wieder nach Büsum zu fahren. Zum Ende des Ausflugs war aber dann die Chefin des Ladens am Telefon, weil sie eine E-Mail von Tinje zu dem Thema erreicht hatte. Die hat dann doch vorgeschlagen, den Schuhtausch per Post vorzunehmen, und so waren wir mit unserer Reiseplanung wieder unabhängig.
Es war also ein sehr erfolgreicher Spaziergang, bei dem nebenbei telefonisch auch noch Kundenwünsche für die Budike erfüllt wurden. Und wir haben tatsächlich auch etwas von Arnis gesehen, zumindest haben wir den halben Arnis-Rundweg geschafft.
Da gibt es einiges zu sehen, angefangen beim – zugegeben – überschaubaren Arniser Strand, durchgedrängelt durch ein gut besuchtes Café mit einem guten Pegel Ausflugsgäste-Geschnatter, vorbei an an einer schwimmenden Sauna mit Außenborder (das müssen echte Schwitze-Freaks sein) und quer über das Gelände einer Werft.



Zu Hause angekommen hatten wir uns den Kaffee und Kuchen auf einer der Bänke in der Marina verdient. Zu „unserer“ mussten wir die Kaffeebecher praktisch nur durch die Hecke reichen. Die Bänke gibt es gefühlt alle 10 Meter, immer als Grillplatz eingerichtet, und heute auch gut besucht.
Als Abendessen haben wir die Reste unserer Büsumer Räucherfische vernichtet, und mir reichte das dann auch erst mal mit dem Meeresgetier.
Tinje hatte die Idee, dass man sich doch das Finale der Let’s Dance Staffel im Fernsehen geben könnte, und so habe ich etwa eine Stunde lang versucht, unser TV-Equipment in Betrieb zu nehmen – erfolglos. Es gab zwar Strom, aber der Fernseher hat beharrlich die Meldung „kein Signal“ angezeigt, egal wie ich die SAT-Schüssel auch gedreht habe. Ich glaube, wir sollten einfach nur geschont werden, und so haben wir „kein Signal“ zu unserer Lieblingsserie erkoren.
25.05.2024
Wetter: Ähnlich warm wie gestern, aber die Sonne hat sich im Laufe des Tages hinter den Wolken versteckt. Der Wind ist immer noch frisch.
Die morgendliche Gassirunde führte direkt zum Bäcker nach Arnis. Ist eigentlich nicht weit, aber Snorri hatte viel zu untersuchen. Wir waren schon etwas spät und die Auswahl entsprechend begrenzt, aber alles was da war, war auch lecker. Frühstück gab es dann auf „unserer“ Picknick-Bank in der Marina – wir haben also im Yachthafen gefrühstückt!


Es gab nebenbei immer Klönschnack, z.B. mit vorbeieilenden Seglern, die mit ihren Versorgungs-Bollerwagen ihre Schiffe bestückt und starklar gemacht haben, und mit ein paar Leuten, die sich hier zum jährlichen Folkeboot-Treffen verabredet haben.


Da war wohl später eine größere Grillparty geplant, denn es wurden noch Party-Bänke mit einem Mastwagen vorbeigezogen.
Lindaunis wäre unsere nächste Station geworden, aber wir haben die Auskunft bekommen, dass der Platz dort voll ist, und so haben wir hier nochmal verlängert, und man kann das ja auch gut aushalten.
Tinje ist noch mit dem Roller in die „Stadt“ und hat Souvenirs besorgt, wat mutt, dat mutt.
Mit dem Nachmittags-Gassi haben wir den Arnis-Rundweg von der anderen Seite vollendet und sind zwischen lieblichen kleinen Häuschen und den dazugehörigen Wassergrundstücken durchspaziert. Das hat alles schon sehr an Holland erinnert. Und überall Bootstege zum Schauen und Gutfinden.

(Tja, und „Fischerei auf Sicht“ ist fast so schön wie „Salat bei Lage“)



Am Ende des Rundweges haben wir dann noch einen Automaten gefunden, aus dem man Blumensamen ziehen konnte – auf jeden Fall gesünder als Zippen und schon für unter 16. Ich habe eine Schachtel Margeriten geschenkt bekommen, einen Blumen-Bausatz sozusagen, Danke Tinje!

Für die Abendrunde hat es uns abermals in die große Stand Arnis gezogen. Wir sind dieses Mal mal am Ende rechts abgebogen, haben noch ein paar kleine Geschäfte und eine theoretische Essensmöglichkeit gefunden und sind auf unserem – diesmal mückenverseuchten – Rundweg wieder zurück gelangt. Damit haben wir die Stadt eigentlich in wenigen Etappen vollständig erkundet. Mit Opa-Hund! Wo sonst schafft man das schon.
26.05.2024
Wetter ist am Anfang noch sonnig und relativ warm, später zog dann noch ein Gewitterchen auf.
Wir haben uns nach der Morgenrunde ziemlich zeitig auf den Rückweg gemacht und wollten entspannt ein wenig Landstraße über die schöne Halbinsel Schwansen zwischen Schlei und Eckernförder Bucht fahren. Man hat uns das aber verwehrt, indem man die Lindaunis-Brücke gesperrt hat, und die Arnis-Fähre ist ja auch außer Betrieb.
Also haben wir uns bei Google-Maps nach einer Route zur A7 (langweilig) erkundigt und sind schließlich auf interessanten Wegen dort hin gelangt. Den Rest nach Hause kann der PIIP schon allein. Haben wir gedacht. Und nicht die Sperrung der Ortsdurchfahrt Ellerau bedacht. Aus diesem Grund gab es eine Ehrenrunde in Quickborn-Heide und einen weiteren Schlenker über Schnelsen schließlich nach Hause.
